Das kanadische KI-Unternehmen Cohere baut seine Aktivitäten im Gesundheits- und Life-Science-Sektor aus und übernimmt den Biopharma-KI-Spezialisten Reliant AI. Mit der Akquisition sichert sich Cohere nicht nur ein auf biomedizinische Anwendungen spezialisiertes Forschungsteam, sondern auch proprietäre Datensätze und KI-Technologien für pharmazeutische Anwendungen. Finanzielle Details wurden nicht bekannt.
ANZEIGE
Das Biotechnologieunternehmen Miltenyi Biotec erweitert seine Produktionskapazitäten für klinische Reagenzien am Standort Köln. Dafür saniert das Unternehmen einen ehemaligen pharmazeutischen Produktions- und Verpackungskomplex grundlegend und baut ihn zu einer modernen Fertigungsstätte für klinische Anwendungen um.
Endlich im industriellen Maßstab: Das Hamburger Bioökonomie-Scale-up traceless materials GmbH hat in Hamburg-Harburg seine erste industrielle Produktionsanlage eröffnet und erreicht damit einen wichtigen Skalierungsschritt. In der neuen Anlage werden pflanzliche Reststoffe zu einem naturbasierten Kunststoffersatz verarbeitet, der erdölbasierte Kunststoffe in ausgewählten Anwendungen ersetzen soll. Die Produktionskapazität liegt bei rund 3.000 Tonnen pro Jahr, erste Industriekunden wie Mondi, OTTO und Biesterfeld sind bereits angebunden. In die Produktionsanlage wurden über 20 Millionen Euro investiert, was zu einem Viertel durch Bundesmittel gefördert wurde.
Mit dem Baustart für einen neuen Produktionsstandort in Saarlouis investiert Vetter fast eine halbe Milliarde Euro in zusätzliche Kapazitäten für injizierbare Medikamente. Das Projekt gilt zugleich als wichtiges Signal für den industriellen Strukturwandel im Saarland.
Mit einem neuen Immunologie-Deal baut Boehringer Ingelheim seine Präsenz im boomenden Feld zellselektiver Autoimmuntherapien aus. Die Rechte an einem präklinischen Antikörper von Immunitas Therapeutics könnten bis zu 407,5 Mio. Euro kosten. Der Deal zeigt, wie stark der Wettbewerb um neuartige Entzündungsansätze gerade Fahrt aufnimmt.
Die Hamburger Evotec SE platziert eine Anleihe über 116 Mio. Euro nach eigenen Angaben erfolgreich. Ursprünglich waren 125 Mio. Euro angepeilt, doch die Verkleinerung des Volumens ist nicht das, was die Aktionäre umtreibt. Dort werden keine Investitionen in das laufende Restrukturierungsprogramm „Horizon“ begrüßt, sondern man wäre froh, wenn inhaltliche Fortschritte und neue Partnerschaften verkündet werden würden. Mit dem Knalleffekt der Milliardenfinanzierung von Isomorphic sollte man an der Elbe deutlich aufgewacht sein, oder ist man längst in Sachen KI-Anwendung unterwegs?
Die Schließungen in Marburg und Tübingen zeigen, dass die große Impfstoff-Euphorie der Pandemiezeit wirtschaftlich nicht dauerhaft tragfähig war. Gleichzeitig wird aber deutlich, dass der Bedarf an flexiblen Innovationsflächen für junge Biotech-Unternehmen weiter steigt. Die Frage ist zunehmend nicht mehr, ob Deutschland Life Sciences fördern will, sondern welche Art von Infrastruktur künftig tatsächlich gebraucht wird. In Köln, Leipzig und Freiburg (und anderswo) baut man entsprechend Laborflächen aus, nordöstlich von Berlin hat man sich nun dagegen entschieden. Die Flächen könnten für ein Feuerwehrgebäude gebraucht werden …
Roche stärkt sich im Wachstumsmarkt der KI-gestützten Pathologie mit der Übernahme des US-Unternehmens PathAI für bis zu 1,05 Mrd. US-Dollar. Die Schweizer zahlen zunächst 750 Mio. US-Dollar, weitere 300 Mio. US-Dollar sind an Meilensteine gekoppelt. In der digitalen Pathologie geht es vor allem um effiziente Bildanalyse und eine Verknüpfung dieser Daten mit weiteren klinischen Daten und Biomarkerprofilen, um bessere Therapieentscheidungen treffen zu können.
Die Bayer AG stärkt ihr Ophthalmologie-Portfolio mit der Übernahme von Perfuse Therapeutics und zahlt dafür bis zu 2,45 Mrd. US-Dollar. Im Fokus steht ein Phase II-Kandidat gegen Glaukom und diabetische Retinopathie mit Potenzial als krankheitsmodifizierende Therapie.
Da der vorhandene Wirkstoff ähnlicher Ausrichtung von Amgen in den negativen Schlagzeilen gelandet ist, ergibt sich für Inflarx aus Jena eine Gelegenheit, den eigenen oralen C5aR-Inhibitor zu positionieren. Und diese Gelegenheit wird gerade beim Schopfe gepackt: InflaRx N.V. richtet seine Pipeline auf schwere Nierenerkrankungen aus und treibt die Entwicklung des C5aR-Inhibitors Izicopan mit einer parallelen Kapitalerhöhung über 150 Mio. US-Dollar voran, die die Finanzierung bis zu entscheidenden klinischen Meilensteinen liefern soll.

Elnur Amikishiyev-stock.adobe.com
Miltenyi Biotec
Jonas Mann, Traceless Materials GmbH
Vetter Pharma International GmbH:
Boehringer Ingelheim
Evotec SE
Stiftung Innovationsallianz Freiburg, Schönen
PathAI
Bayer AG
InflaRx N.V.