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HBM Ventures: Übernahmen häufen sich im Portfolio

Eine Firmenübernahme unter US-Unternehmen macht eine Schweizer Investmentgesellschaft froh und zeigt zugleich, wie die Übernahmewelle iummer stärker durch das Pharmahaifischbecken schwappt. Wer sich hier strategisch richtig aufgestellt hat mit den nun besonders gesuchten klinischen Programmen innerhalb des eigenen Portfolios, kann gerade eine schöne Ernte einfahren, obwohl der Frühling noch nicht einmal richtig begonnen hat.

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Die Übernahme von Terns Pharmaceuticals, ein US-amerikanisches biopharmazeutisches Unternehmen mit Hauptsitz in Foster City (Kalifornien), durch Merck & Co. für 6,7 Mrd. US-Dollar ist mehr als ein weiterer Deal im Pharma-Biotech-Sektor. Sie steht exemplarisch für eine Entwicklung, die die Branche seit einiger Zeit immer sichtbarer prägt: Große Pharmaunternehmen sichern sich gezielt innovative Wirkstoffkandidaten über Akquisitionen, statt ausschließlich auf eigene Forschung zu setzen.

Investmentgesellschaften profitieren

Spezialisierte Investoren wie HBM Healthcare Investments profitieren durch das frühzeitige Einschwenken auf die erwartete Übernahmewelle nun recht häufig. Die Schweizer hatten sich erst 2024 mit rund 19 Mio. US-Dollar an Terns beteiligt und erzielten nun etwa das Dreifache des eingesetzten Kapitals. Solche schnellen Wertrealisierungen sind damit eben kein Zufall, sondern Ausdruck einer klaren Portfoliostrategie: frühzeitig in klinisch vielversprechende Biotech-Firmen investieren und diese bis zu einem attraktiven Exit entwickeln.

Auffällig ist dabei die Häufung solcher Transaktionen, was der oft beschworenen Patentklippe bei den großen Pharmaunternehmen unterstützende Argumente liefert: in den kommenden fünf Jahren steht ein hoher dreistelliger Milliardenbetrag (je nach Experteneinschätzung zwischen 300-600 Mrd. US-Dollar) vor dieser Klippe und wird mit dem Ablauf der umsatztragenden Patente wohl in den Abgrund stürzen.

Die Terns-Übernahme ist bereits die siebte aus dem HBM-Portfolio im laufenden Geschäftsjahr. Merus, Y‑mAbs Therapeutics, 89Bio, Akero, Bluejay Therapeutics und Swixx Biopharma waren die anderen Exits, an denen die Schweizer beteiligt sind.

Große Pharmakonzerne verfolgen schon lange die Strategie, externe Innovation einzukaufen, anstatt die hohen Risiken und langen Entwicklungszeiten vollständig intern zu tragen. Gerade in der Onkologie, wo der medizinische Bedarf hoch und der Wettbewerb intensiv ist, gilt dies als besonders ausgeprägt. Für Investoren wie HBM entsteht daraus ein systematisches Geschäftsmodell: Sie fungieren als eine Art vorgelagerte Innovationsplattform der Pharmaindustrie. Indem sie Kapital, Expertise und Netzwerk bereitstellen, helfen sie jungen Unternehmen, ihre Programme bis zu einem Reifegrad zu entwickeln, der sie für strategische Käufer interessant macht.

Gesucht: klinisch validierte Ansätze mit verbesserten Funktionen – keine Hochrisiko-Innovation

Der Fall Terns zeigt zugleich, worauf es den Käufern ankommt. Mit TERN-701 entwickelt das US-Unternehmen einen neuartigen BCR::ABL1-Inhibitor (ein Small molecule) für die Behandlung der chronischen myeloischen Leukämie – ein Kandidat mit potenziell verbessertem Wirksamkeits- und Sicherheitsprofil. Solche differenzierten, klinisch validierten Ansätze sind es, die große Konzerne zunehmend ins Visier nehmen.

Die wachsende Zahl an Übernahmen deutet darauf hin, dass sich diese arbeitsteilige Struktur weiter verfestigt: Biotech-Firmen und ihre Investoren treiben frühe Innovation, während Pharmaunternehmen selektiv skalieren und kommerzialisieren. Für HBM ist die aktuelle Serie von Exits daher weniger Ausnahme als vielmehr Bestätigung einer Strategie, die vom anhaltenden Innovationsdruck in der Branche profitiert.

Neue Strategie auf Partneringevents

Auch auf den Branchenevents wie einer BIO-Europe spiegelt sich diese Entwicklung wider: die anwesenden Investoren sind dort nicht so sehr an neuen Innovationen und Start-ups interessiert, sondern selbst diejenigen, die versuchen, ihre Portfoliogesellschaften mit den großen Pharmaplayern zu verpartnern. Sie bringen daher immer weniger Zeit und Gesprächsbereitschaft für Neuheiten mit, weil sie damit ausgelastet sind, diese raren Gelegenheiten im Wettbewerb um die Aufmerksamkeit von Big Pharma für das eigene Portfolio zu nutzen.

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