
Wechsel zu Sanofi: Belén Garijo hat noch nicht genug
Überraschender Wechsel von Darmstadt nach Paris: die scheidende Merck-Chefin Belén Garijo übernimmt von Paul Hudson, der unerwartet keine Vertragsverlängerung vom Aufsichtrat erhält.
Statt in den Ruhestand wechselt die scheidende Merck-Chefin Belen Garijo zum Pharmakonzern Sanofi. Wie der französische Arzneimittelhersteller am Donnerstag überraschend mitteilte, hat der Verwaltungsrat entschieden, den Vertrag des bisherigen Sanofi-Chefs Paul Hudson nicht zu verlängern. Hudson soll nach sechsjähriger Amtszeit bereits am 17. Februar ausscheiden. Garijo werde ihren neuen Posten nach der Hauptversammlung am 29. April übernehmen, hieß es weiter.
Bei Merck steht die Staffelübergabe schon seit längerem fest: Dort soll der amtierende Leiter der Elektroniksparte, Kai Beckmann, Garijo den bisherigen Ankündigungen zufolge zum 1. Mai an der Konzernspitze ablösen. Den Wechsel hatte der Darmstädter Dax-Konzern im vergangenen September verkündet. Die Spanierin hatte den Chefposten dort im Mai 2021 übernommen. Die Bilanzpressekonferenz von Merck im März soll Garijo nach bisheriger Ankündigung noch mitgestalten.
Hudson, der seit 2019 bei Sanofi die Leitung inne hat, sollte die Pipeline auffrischen und einen Nachfolger für den Blockbuster Dupixent aufbauen, der einen Jahresumsatz von rund 14 Mrd. US-Dollar einbringt. In Sanofis Pipeline zeigt die Strategie durchaus Erfolg mit 82 Projekten in der klinischen Phase, von denen 30 bereits in der Phase III stehen oder zur Zulassung eingereicht worden sind. Doch bei der Blockbuster-Nachfolge hat sich noch kein sichtbarer Erfolg eingestellt, eher gab es schmerzhafte Rückschläge bei Hoffnungsträgern. Auch die milliardenschwere Übernahme von Blueprint Medicine (für rund 9 Mrd. US-Dollar Mitte 2025) war wohl ein Zeichen, dass Umsätze von außen hereingeholt werden müssen. Offensichtlich haben diese Maßnahmen das Vertrauen des Aufsichtsrates nicht gestärkt, so dass es nun zur Trennung gekommen ist.

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