Roche stärkt sich im Wachstumsmarkt der KI-gestützten Pathologie mit der Übernahme des US-Unternehmens PathAI für bis zu 1,05 Mrd. US-Dollar. Die Schweizer zahlen zunächst 750 Mio. US-Dollar, weitere 300 Mio. US-Dollar sind an Meilensteine gekoppelt. In der digitalen Pathologie geht es vor allem um effiziente Bildanalyse und eine Verknüpfung dieser Daten mit weiteren klinischen Daten und Biomarkerprofilen, um bessere Therapieentscheidungen treffen zu können.

Die Bayer AG stärkt ihr Ophthalmologie-Portfolio mit der Übernahme von Perfuse Therapeutics und zahlt dafür bis zu 2,45 Mrd. US-Dollar. Im Fokus steht ein Phase II-Kandidat gegen Glaukom und diabetische Retinopathie mit Potenzial als krankheitsmodifizierende Therapie.

Da der vorhandene Wirkstoff ähnlicher Ausrichtung von Amgen in den negativen Schlagzeilen gelandet ist, ergibt sich für Inflarx aus Jena eine Gelegenheit, den eigenen oralen C5aR-Inhibitor zu positionieren. Und diese Gelegenheit wird gerade beim Schopfe gepackt: InflaRx N.V. richtet seine Pipeline auf schwere Nierenerkrankungen aus und treibt die Entwicklung des C5aR-Inhibitors Izicopan mit einer parallelen Kapitalerhöhung über 150 Mio. US-Dollar voran, die die Finanzierung bis zu entscheidenden klinischen Meilensteinen liefern soll.

Kräftiger Stellenabbau bei BioNTech, gleichsam häutet man sich nun endgültig von der Corona-Pandemie und überlässt diesen Part Pfizer. Für die Mitarbeiter an den Standorten könnten sich durchaus neue Lösungen ergeben, wenn mit gezielter Strategie vorgegangen werden würde. In Tübingen aber sieht man nach der Curevac-Übernahme durch BioNTech und der jetzigen vollständigen Schließung des Standortes eine langgeplante Verschwörung sich materialisieren, so zumindest der frühere Curevac-Gründer Hoerr.

Während für die Medienvertreter der Swiss Biotech Day (4./5. Mai in Basel) traditionell mit der Berichterstattung der Swiss Biotech Association und der Wirtschaftsprüfer von EY über die Zahlenreihen des vergangenen Jahres beginnt, wird das Zahlenwerk den Konferenzbesuchern erst am zweiten Veranstaltungstag vorgestellt. Damit finden viele Gespräche auf der mit rekordverdächtigen 3.500 Teilnehmern gut gefüllten Konferenz am ersten Tag noch ohne faktische Unterfütterung statt und zeigen daher auch zum Teil ein divergierendes Bild. Denn der Branchenverband präsentiert rundherum Zufriedenheit und stabile Verhältnisse im Lande der Eidgenossen, während bei manchem Plausch an den Ausstellungsständen von Unsicherheit und schwierigen Zeiten gesprochen wird.

Die Basler Windward Bio sichert sich 165 Mio. Dollar für lange wirksame Immuntherapien. Lead-Kandidat WIN378 startet Phase III, weitere Programme folgen – erste klinische Daten werden ab 2026 erwartet.

Das Life-Science-Portfolio von Earlybird Venture Capital ist kein Portfolio eines klassischen Biotech-Investors. Es ist vor allem über den dedizierten Health-Fonds organisiert und investiert gezielt in Biopharma, Diagnostik, Medtech und Digital Health in Europa und auch einmal in den USA. Nun konnte der in fast drei Jahrzehnten größte Frühphasenfonds geschlossen werden und auch die übervorsichtigen Versicherungen sind dabei.

Valneva steht zwischen Fortschritt und Unsicherheit: Kapitalerhöhung, Sparprogramm und gemischte Studienbewertungen prägen die Lage. Entscheidend wird der nächste Schritt beim Lyme-Impfstoff sein und eine Reaktion der FDA auf den möglichen Zulassungsantrag. Manche haben den Daumen schon gesenkt, doch ein wenig mehr nüchterne Betrachtung würde nicht schaden.

Die BioRegionen Deutschlands haben mit dem jährlichen Innovationspreis drei besonders innovative, marktorientierte Life-Science-Ideen ausgezeichnet – mit dem Ziel, Technologietransfer, Umsetzungskraft und Sichtbarkeit zu stärken.

Eine schillernde Persönlichkeit der Genomforschung ist gestorben: Craig Venter wurde 79 Jahre alt. Schillernd deswegen, weil er mit seinem ruppigen Stil die Wissenschaftsszene im neuen Millenium aufscheuchte, mehr Geschwindigkeit bei der Entschlüsselung des Humangenoms zu entwickeln. Durch diesen von ihm gestarteten Wettlauf um die Sequenzierung gelang die erste Version des Humangenoms (HGP) zur Jahrtausendwende mit der gemeinsamen Präsentation von Venter und Collins (für die öffentlich finanzierte Wissenschaft).