Ruhiger Sommermonat? Diese Zeiten sind in den globalen Weiten der Firmenuniversen einigermaßen vorbei. Zumindest im Nachrichtenstrom spürt man kaum ein Nachlassen, doch sicherlich heben sich manche Unternehmen die richtigen Knaller-News für nach dem Sommerloch auf. Doch die Einschätzung, was ein Knaller ist, liegt ja weiterhin im Auge des Betrachters.

Novartis hat nach drei Todesfällen acht klinische Studien mit seiner CAR-T-Therapie Rap-Cel bei Autoimmun- und neurologischen Erkrankungen vorübergehend gestoppt. Im Zentrum steht eine schwere Immunreaktion, die als bekanntes Risiko der CAR-T-Technologie gilt. Der Fall zeigt die Kehrseite eines Ansatzes, der gerade als möglicher Paradigmenwechsel bei schweren Autoimmunerkrankungen gilt.

Adaptyv Biosystems will mit 40 Mio. Dollar die nächste Stufe der Laborautomatisierung zünden: KI soll nicht mehr nur Daten auswerten, sondern Experimente entwerfen, Roboter steuern und aus den Ergebnissen die nächsten Versuche ableiten. Das Schweizer Start-up steht damit für einen grundlegenden Wandel im Forschungslabor – vom automatisierten Arbeitsschritt hin zum selbststeuernden Experimentierkreislauf.

Nach Monaten des Streits über die Arzneimittelausgaben und die Belastung der Pharmaindustrie geht es in Berlin wieder stärker ums gemeinsame Arbeiten. Ein neues Fachgremium von Wirtschafts- und Gesundheitsministerium hat seine Arbeit aufgenommen. Es soll bis Ende September Vorschläge für eine sogenannte Standortklausel erarbeiten, mit der zusätzliche Herstellerabschläge für Unternehmen ausgeglichen werden können, die in Deutschland investieren, produzieren oder Wertschöpfung sichern.

BioNTech beendet eine mRNA-Studie bei Darmkrebs und setzt damit genau das entgegengesetzte Signal wie Wochen zuvor der Konkurrent Moderna. Doch vergleichen lassen sich beide Ansätze nicht wirklich. Bei BioNTech ging es um eine mRNA-Monotherapie bei Darmkrebs, Moderna zeigte Ergebnisse aus einer Kombinationstherapie mit dem Checkpoint-Wirkstoff Keytruda von Merck/MSD. Die Börse reagierte jedoch prompt auf die Nachricht aus Mainz: die Aktie gab nach dem Anstieg als Beifahrer der Moderna-Meldung nun wieder deutlich Prozentpunkte ab.

Heidelberg Pharma und Huadong Medicine rücken immer enger zusammen: Aus einer Lizenzpartnerschaft ist eine Allianz aus Kapital, gemeinsamer ADC-Entwicklung und klinischer Forschung geworden. Nun kommen bis zu sechs neue Zielmoleküle hinzu, die Partnerschaft wird immer strategischer.

Die Coalition for Epidemic Preparedness Innovations (CEPI) stellt dem ägyptischen Biopharmaunternehmen Minapharm bis zu 16,5 Mio. US-Dollar zur Verfügung, um einen weiteren Impfstoffkandidaten gegen Bundibugyo bis in die klinische Entwicklung zu bringen. Der Kandidat wurde von der Berliner Minapharm-Tochter ProBioGen auf Basis der proprietären MVA-CR19-Plattform entwickelt. Eine Phase I-Studie soll in Afrika stattfinden und helfen, den Kontinent selbst in die Lage zu versetzen, Infektionsherde frühzeitig bekämpfen zu können.

Samanta Cimitan wird zum 1. Januar 2027 Chief Commercial Officer (CCO) von Lonza. In der neu geschaffenen Position übernimmt sie zugleich die Verantwortung als Senior Vice President und wird Mitglied des Extended Executive Committee. Cimitan kommt vom Biologika-CDMO Celonic, mit Produktionsstätten in Basel und Heidelberg, dessen CEO sie seit mehr als drei Jahren ist.

Das Tübinger Biotechnologieunternehmen Immatics will mit einer neuen Kapitalerhöhung brutto rund 150 Mio. US-Dollar einnehmen. Das Unternehmen hat den Verkauf von 12,95 Millionen Stammaktien zu jeweils 8,69 US-Dollar vereinbart. Hinzu kommen vorfinanzierte Optionsscheine für den Erwerb von 4,32 Millionen weiteren Aktien. Bei immatics stehen wichtige klinische Daten an, die für eine mögliche Zulassung entscheidend sein könnten.

Das Heidelberger Biotechnologieunternehmen Revier Therapeutics hat eine Seed-Finanzierungsrunde über 6 Mio. Euro abgeschlossen und nimmt offiziell den Geschäftsbetrieb auf. Das Unternehmen entwickelt niedermolekulare Wirkstoffe, die selektiv Histondeacetylasen (HDACs) der Klasse IIa hemmen sollen. Nach Unternehmensangaben handelt es sich um den ersten therapeutischen Ansatz, der diese HDAC-Klasse gezielt zur Behandlung kardiometabolischer Erkrankungen adressiert.