Eine schillernde Persönlichkeit der Genomforschung ist gestorben: Craig Venter wurde 79 Jahre alt. Schillernd deswegen, weil er mit seinem ruppigen Stil die Wissenschaftsszene im neuen Millenium aufscheuchte, mehr Geschwindigkeit bei der Entschlüsselung des Humangenoms zu entwickeln. Durch diesen von ihm gestarteten Wettlauf um die Sequenzierung gelang die erste Version des Humangenoms (HGP) zur Jahrtausendwende mit der gemeinsamen Präsentation von Venter und Collins (für die öffentlich finanzierte Wissenschaft).
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Das Leipziger Start-up Primogene GmbH sichert sich 4,1 Mio. Euro, um bioaktive Moleküle wie Muttermilch-Bausteine enzymatisch im großen Maßstab herzustellen. Ziel: der Sprung vom Labor in die industrielle Produktion.
Die Sandoz AG liefert zum ersten Quartal einen kräftigen Anstieg des Umsatzes, der nur durch Währungseinflüsse nicht ganz so groß erscheint. Doch ein Plus von 18% im Biosimilarsegment ist ein deutliches Signal, dass dieser Bereich überproportional an Bedeutung gewinnt. Wenn da nicht die leidige Erstattungsfrage wäre, das Thema automatische Substitution und die Konkurrenz aus Asien. Noch dazu kommt China auch räumlich immer näher und bringt Biosimilars ‚made in China‘ unter deutscher Niederlassungsflagge in die Kostendebatte ein.
Das Münchner Biotechnologie-Unternehmen mbiomics GmbH sichert sich weitere 12 Mio. Euro und erweitert damit die Serie A aus dem Jahr 2023 und eine spätere Aufstockung auf insgesamt 30 Mio. Euro für mikrobiombasierte Therapeutika. Mit MBX-116 startet bald der Schritt in die Klinik. Ziel ist es, komplexe lebende Bakterienkonsortien erstmals skalierbar als Arznei nutzbar zu machen – ein Schlüsseltest für die Mikrobiomforschung.
Kooperieren ist schön und gut, eine echte Life-Sciences-Städtepartnerschaft unter deutschen Biotech-Regionen hat man noch nicht gesehen. Genau das haben die Bürgermeister der Städte Heidelberg und Mainz nun in einem Memorandum of Understanding beschlossen: eine engere Zusammenarbeit der Clusterorganisationen und Technologietransfereinrichtungen. Damit wird eine Blaupause geschaffen für andere Regionen, die in großer Zahl seit dem BioRegio-Wettbewerb entstanden sind. Interessant ist, dass ebenso ausdrücklich die Tür geöffnet wird für weitere Partnerregionen, womit ein geographisch benachbarter Großraum gemeint sein könnte.
Was als Brückenschlag zwischen Forschung und Markt gedacht war, galt in der Branche von Beginn an als waghalsig – nicht zuletzt, weil der Boom rund um spezialisierte Laborflächen seinen Höhepunkt bereits überschritten hatte. Nun ist das Wiener Biotech-Start-up Carl Labs GmbH (ehemals Abundance) insolvent.
Die deutsche und europäische Biotechnologiebranche traf sich in dieser Woche in Leipzig. Rund 900 Teilnehmer aus Wissenschaft, Industrie, Politik, Verwaltung und Medien nutzten die German Biotech Days, um sich im Kongresszentrum am Zoo Leipzig über aktuelle Entwicklungen in Forschung und Anwendung sowie über die politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der Branche auszutauschen.
Organisiert wurde die Veranstaltung von BIO Deutschland e.V., dem Arbeitskreis der BioRegionen und biosaxony e.V. zusammen mit seiner Partnerregion InfectoGnostics Forschungscampus Jena.
Evonik investiert 80 Mio. Euro in seine Fermentationsanlage in der Slowakei. Damit wird der Konzernumbau mit einem massiven Investment in Biotechnologie vorangetrieben. Neben den Spinnenseidenproteinen von Amsilk soll der Standort ein breiteres CDMO-Angebot für die Pharmaindustrie bereithalten. Die Aktie legte seit Jahresbeginn zwar zu, doch die Analysten sind noch uneinig, ob die Richtung nachhaltig nach oben anhalten wird.
Während beim „großen Bruder“ Deutschland die Biotechnologietage mit großen Worten der Politik (weltweit innovativster Standort) noch liefen, traf sich die österreichische Szene zum fünften Biotech Circle in der Wiener Börse. Auch dort sprach die Politik der Branche eine große Bedeutung in der neuen Landeswirtschaftsstrategie zu. Sowohl in Deutschland als auch in Österreich wollen die Akteure nach den schönen Worten nun aber auch Taten sehen.
Der Göttinger Life-Science-Konzern Sartorius AG ist mit Rückenwind ins Jahr 2026 gestartet. Im ersten Quartal legte der Umsatz währungsbereinigt um 7,5 Prozent auf 899 Mio. Euro zu, getragen vor allem vom stabilen Geschäft mit Verbrauchsmaterialien. Die operative Marge blieb mit knapp 30 Prozent bemerkenswert robust – trotz geopolitischer Unsicherheiten und zunehmender Zollbelastungen.

J. Craig Venter Center, Brett Shipe
Primogene GmbH
©Sandoz
mbiomics GmbH
Knowbio GmbH mit KI-Hilfe
Carl Labs GmbH
Biosaxony, Philipp Kirschner
Evonik Industries AG
BIOTECH AUSTRIA / Alexander Felten
Sartorius AG