Der Mainzer Impfstoffentwickler kommt beim Umbau zum Onkologieunternehmen voran. Doch der Quartalsbericht zeigt auch, wie weit der Weg noch ist: Pumitamig steht im Zentrum der klinischen Entwicklung, andere weit fortgeschrittene Kandidaten müssen ihre Daten erst noch bestätigen. Und ausgerechnet bei der mRNA-Krebsmedizin gibt es Rückschläge. Die Kooperation mit Bristol Myers Squibb ist inzwischen eine tragende Säule der Erlöse – allerdings vor allem durch vertraglich vereinbarte Zahlungen, nicht durch Medikamentenverkäufe.

Boehringer setzt bei Krebsforschung auf China in einem Milliarden-Deal mit Sino Biopharmaceutical. Sechs präklinische Programme für ADCs und T-Zell-Engager sollen die Onkologie-Pipeline stärken. Boehringer zahlt zunächst 358 Mio. US-Dollar, weitere bis zu sieben Milliarden US-Dollar sind an Entwicklungs- und Vermarktungserfolge geknüpft.

Bayer bringt Sevabertinib in China in die Erstlinie – doch Boehringer ist schon da: Mit der Zulassung von Sevabertinib für die Erstbehandlung von HER2-mutiertem Lungenkrebs erweitert Bayer den Zugang zu einem wichtigen Markt. Der Wirkstoff ist nicht mehr ganz neu und auch nicht der erste seiner Klasse in China. Boehringer Ingelheim hat sich mit Zongertinib bereits einen Vorsprung gesichert.

Das dänische BioInnovation Institute (BII) erweitert seine europäische CardioMetabolic Bridge um München und Berlin. Die von der Novo Nordisk Foundation mit bis zu 450 Mio. DKK (rund 60 Mio. Euro) geförderte Initiative soll akademische Forschung zu Stoffwechsel- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen schneller in Arzneimittelentwicklung und Biotech-Unternehmen überführen. Nach einem solchen Innovationszentrum in London (England) sind die beiden deutschen Standorte die nächsten europäischen Niederlassungen. Laborinfrastruktur ist geplant, soll aber erst in einigen Monaten festgelegt werden.

Fresenius sichert sich 37 Biosimilar-Optionen von WuXi Biologics. Mit dieser Entwicklungsvereinbarung baut Fresenius seine Biopharma-Ambitionen deutlich aus. Der Deal fällt in eine Phase, in der zahlreiche umsatzstarke Biologika ihren Patentschutz verlieren und Biosimilars für Gesundheitssysteme zu einem wichtigen Kostenhebel werden könnten. Fresenius verfolgt die Strategie, die Biosimilarumsatzsäule im Unternehmen auf knapp 2 Mrd. Euro zu verdoppeln. Damit käme die Sandoz-Liga zumindest in Sichtweite.

Vom Berliner Biotech-Unternehmen NOXXON über eine strategische Neuausrichtung und Krypto-Überlegungen zurück zur Medikamentenentwicklung: TME Pharma hat mit dem japanischen Biotech-Unternehmen TMS einen möglichen Partner für seinen wichtigsten Wirkstoffkandidaten NOX-A12 gefunden. Doch zunächst wird nur exklusiv verhandelt. Ob daraus tatsächlich eine finanzierte klinische Entwicklung wird, ist noch offen.

Der Schweizer DARPin-Spezialist Molecular Partners richtet sich vollständig auf Radiopharmazeutika aus und will bis zu 55 Stellen streichen. Das Geld in der Kasse reicht nach Unternehmensangaben noch bis Ende 2027. Doch hinter dem strategischen Umbau steht auch eine zunehmend angespannte Finanzierungslage. Die breite Pipeline dürfte künftig deutlich stärker priorisiert werden (müssen).

SYNAPSE Austria soll Wiens Forschung in Richtung Gründung und Klinik öffnen: Zehn Forschungseinrichtungen bündeln ihre Kräfte, um aus wissenschaftlichen Entdeckungen neue Therapien, Medizintechnik und Biotech-Unternehmen zu entwickeln. Die Plattform soll auch Investoren den Zugang zu Projekten erleichtern. Dahinter steht die Frage, wie Österreich seine wissenschaftliche Stärke besser in wirtschaftliche Wertschöpfung übersetzt.

Kann KI klinische Studien vorwegnehmen und damit sogar überflüssig machen? Dieses Versprechen versucht das Basler Techbio-Start-up Atlas Bio einzulösen. Es sammelte 12,5 Mio. US-Dollar für ein KI-Modell, das Arzneimittelwirkungen anhand menschlicher RNA-Daten vorhersagen soll. Erste industrielle Anwendungen werden berichtet. Ob sich damit Tierversuche ersetzen oder klinische Entwicklungsprogramme verlässlich vorhersagen lassen, muss sich allerdings erst zeigen.

Der Münchner Chemiekonzern WACKER erhält die weltweiten Vertriebsrechte für einen vom Regensburger Start-up EVANIUM Healthcare formulierten Pflanzenstoff. OPTISOLV soll dessen Löslichkeit und Aufnahme verbessern. Ob daraus ein wirksameres Nahrungsergänzungsmittel wird, ist klinisch allerdings noch nicht belegt. Für die Vermarktung – gerade in den USA – scheint das aber eher eine Nebensache zu sein.