Boehringer Ingelheim baut seine Pipeline im Bereich Autoimmun- und Entzündungserkrankungen weiter aus und setzt dabei verstärkt auf Partnerschaften mit Biotech-Unternehmen. Jüngstes Beispiel ist eine Vereinbarung mit dem britischen Immunologie-Spezialisten Sitryx, die diesem bis zu 500 Mio. US-Dollar an Vorab- und Meilensteinen einbringen könnte.

Übernahme in Wuppertal: Die auf Wirkstoffe gegen Infektionskrankheiten spezialisierte Aicuris Anti-Infective Cures AG geht für fast 800 Mio. Euro (rund 920 Mio. US-Dollar) an die japanische Pharmafirma Asahi Kasei. Das mit Substanzen von Bayer durch die ehemaligen Mitarbeiter Helga Rübsamen-Schaeff und Holger Zimmermann gegründete Unternehmen hatte eine eigene Zulassung bewerkstelligt und befindet sich mit Wirkstoffen in der späten klinischen Entwicklung, die aktuell mit positiven Daten auf wissenschaftlichen Konferenzen aufwarten.

Die hessische Brain Biotech AG legt neue Geschäftszahlen vor, die laut Unternehmen in einzelnen Geschäftsfeldern eher einen „langsamen Start ins Jahr“ widerspiegeln. Nüchtern betrachtet ist der Umsatz jedoch zum Vergleichszeitraum um 9% zurückgegangen, während sich durch interne Sparprogramme dennoch das bereinigte EBITDA auf eine schwarze Null gegenüber roten Zahlen verbessert hat. Große Hoffnung wird auf eine Beteiligung im Bereich Wundheilung gesetzt, wo klinische Daten einen „Durchbruch“ erwarten lassen.

Die U.S. Food and Drug Administration hat zwei IND-Anträge der Berlin-Würzburger Pentixapharm Holding AG genehmigt und den Start einer klinischen Phase I/II-Studie im CXCR4-basierten Theranostik-Programm („Study May Proceed“) ermöglicht.

Als Co-Investor der 25 Mio.-US-Dollar-Runde in der Serie B macht die Beiersdorf AG deutlich, dass Künstliche Intelligenz auch für die Hautpflegeforschung strategisch an Bedeutung gewinnt. Das Hamburger Unternehmen beteiligt sich über seine Venture-Einheit an dem aus Budapest heraus gegründeten und mittlerweile auch in London (UK) ansässigen KI-Biotech Turbine.

In Wissenschaftskreisen hat eine aktuell in Nature publizierte Studie zum Einsatz von mRNA-„Impfstoffen“ gegen Krebs-Neoantigene beim triple-negativen Brustkrebs für eine riesige Welle der Aufmerksamkeit gesorgt. Da in der Phase I-Studie jedoch nur 14 Patienten behandelt wurden, ist die konkrete Schlussfolgerung eines Durchbruchs noch nicht statthaft. Gleichwohl hauchen die sehr ermutigenden Daten dem gegenüber Antikörpern, ADC oder Checkpoint-Wirkstoffen ins Hintertreffen geratenen Ansatz der Krebsimpfung neues Leben ein.

Ein vorläufiger Rekrutierungsstopp in einer gemeinsamen Alzheimer-Studie von Johnson & Johnson und dem Schweizer Biotech-Unternehmen AC Immune sorgt für offene Fragen. Ob die Unterbrechung auf generelle Schwierigkeiten bei der Patientenrekrutierung oder auf Aspekte der Anwendung des Prüfpräparats zurückzuführen ist, bleibt bislang unklar.

Nach schwierigen Zeiten im Biotechnologiesektor hat die Schweizer Beteiligungsgesellschaft BB Biotech AG 2025 ein deutliches Comeback geschafft. Der Geschäftsbericht weist eine starke Performance, umfangreiche Wertrealisierungen im Portfolio und einen markant gestiegenen Jahresgewinn aus. Im Vergleich zu 2024 und den Jahren zuvor fällt die Verbesserung erheblich aus – sowohl operativ als auch kapitalmarktseitig.

Ein neuer Life-Sciences-Standort entsteht in Österreich: Bund und Land stärken den Standort Salzburg. Die Paris Lodron Universität Salzburg (PLUS) und die Paracelsus Medizinische Universität und Klinik bündeln Forschung, Lehre und Innovation in einem gemeinsamen Exzellenzmodell mit neuen Kompetenzzentren bei Krebs, Immunologie, Neurowissenschaften und regenerativer Medizin.

Jahrelange Unsicherheiten ob der zahlreichen anhängigen Klagen gegen die Geschäftseinheit Monsanto könnten durch einen teuren, aber auch gedeckelten Gerichtsvergleich endlich beendet werden. Rund 7 Mrd. US-Dollar müsste Bayer demnach über rund 20 Jahre abstottern, um die Schadensersatzklagen zu befrieden.