Paukenschlag zum Wochenende: die Münchner Immunic (an der Nasdaq als .Inc gelistet) hat eine Follow-on-Platzierung über 400 Mio. US-Dollar ins Laufen gebracht und geht davon aus, dieses Geld noch in diesem Monat erlösen zu können. Gleichzeitig setzt das Biotech-Unternehmen die eigene Transformation fort und will sich für eine mögliche Kommerzialisierung seines fortgeschrittenen Medikamentes neu aufstellen: der bisherige CEO Daniel Vitt tritt in die zweite Reihe, ein in Sachen Markteintritt erfahrener CEO wird gesucht.
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Europas Life-Sciences-Investoren formieren sich angesichts einer wachsenden Finanzierungslücke für die Start-ups und Scale-ups in Biotechnologie und Medizintechnik. Mit einer neuen Vereinigung will man dafür sorgen, dass mehr Kapital zusammenkommt, um den Ausverkauf der europäischen Innovationen zu verhindern und auch Europa als Börsenplatz wieder ins Spiel zu bringen.
Roche Diagnostics hat rund 300 Mio. Euro in ein Diagnostik-Innovationszentrum am Standort Penzberg investiert, das nach rund vierjähriger Bauzeit Mitte Februar eröffnet wurde. Die hohe Bundes- und Landespolitik traf sich zur Besichtigung vor Ort.
Überraschender Wechsel von Darmstadt nach Paris: die scheidende Merck-Chefin Belén Garijo übernimmt von Paul Hudson, der unerwartet keine Vertragsverlängerung vom Aufsichtrat erhält.
Das Studienstandort-Barometer mehrerer Verbände zeigt: Deutschland wird für klinische Arzneimittelstudien wieder attraktiver. Der skalenumgerechnete Gesamtwert aus einer Befragung steigt deutlich auf +31. Doch Personalmangel und digitale Defizite bremsen weiterhin. Verbände fordern nun Verbesserungen im Detail, um den positiven Trend zu sichern.
Die Zürcher Onkologie-Firma Araris Biotech AG hat eine Forschungskooperation mit Optionsvereinbarung zur Lizenzierung mit der japanischen Chugai Pharmaceutical geschlossen, einer Roche-Tochter. Ziel der Zusammenarbeit ist die Entwicklung von Antikörper-Wirkstoff-Konjugaten (ADCs) der nächsten Generation auf Basis der firmeneigenen AraLinQ™-Linker- und Konjugationstechnologie. Doch Araris ist selbst mittlerweile japanisch und eine 100%ige Tochter von Taiho Pharma, die zur Otsuka-Gruppe gehört. Geforscht wird weiterhin in Zürich – so sichtbar, dass die Gebrüder Strüngmann im vergangenen Jahr einen Preis an die Firmengründer verliehen.
Der australisch-schweizerische Plasmaspezialist CSL setzt bei rekombinanten polyklonalen Immunglobulinen (IgG) auf Technologie aus der Schweiz. Mit Memo Therapeutics hat das Unternehmen eine Kooperations- und Optionsvereinbarung über ein Gesamtvolumen von bis zu 265 Mio. CHF geschlossen. Für Memo sind das gute Nachrichten, doch auch CSL kann nach heftigem Stellenabbau etwa in Marburg auch einmal andere Schlagzeilen gut gebrauchen.
Bayer kann einen Erfolg in der Schlaganfallbehandlung vermelden, obwohl eine frühere Studie mit dem gleichen Wirkstoff wegen geringen Nutzens beendet worden war. Der Ansatz zur Hemmung des Faktor XIa ist dabei ein „First-in-class“-Beispiel aus Leverkusen. Ob die Daten für die Zulassung ausreichen, bleibt abzuwarten.
Novartis steigert den Jahresgewinn 2025 auf 17,4 Mrd. Dollar und erhöht die Dividende. Zum Jahresende schwächt sich das Wachstum jedoch deutlich ab, belastet durch Nachahmerprodukte. Für 2026 gibt der Konzern daher einen vorsichtigen Ausblick. Für Diskussionen sorgt das hohe bonusgetriebene Gehalt des CEO.
Die Pentixapharm Holding AG veröffentlichte Anfang Februar neue klinische Phase II-Daten zu ihrem Radiodiagnostikum [68Ga]Ga-Pentixafor. Wie das Berliner Unternehmen mitteilte, bestätigen die im Journal of Nuclear Medicine publizierten Ergebnisse das Potenzial der Pentixafor-PET/CT als nicht-invasive Alternative zur Nebennierenvenenkatheterisierung (AVS) bei der Subtypisierung des primären Aldosteronismus.

Immunic/Nela Dorner
M. Schuppich – adobe stock
Roche
Merck KGaA
BVMA, vfa, BPI
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Basel Area Business & Innovation; Jean Jaques Schaffner
Pentixapharm Holding AG