Die erste Partnerschaft scheint sich gut angelassen zu haben. Denn die Schweizer Roche wird zum Wiederholungstäter bei der chinesischen MediLink und sichert sich in einem Millionendeal ein zweites Antikörper-Wirkstoff-Konjugat (ADC). Diesmal sind jedoch Upfront- und weitere kurzfristige Zahlungen um den Faktor elf (!) höher und liegen bei rund 570 Mio. US-Dollar. MediLink münzt den gesteigerten eigenen Wert nun lieber schon zum Beginn einer Kooperation um.

Das war vor mehr als eineinhalb Jahren eine große Schlagzeile, als die Schweizer Numab AG (Horgen am Zürichsee) über das Vehikel eines Spin-outs einen einzelnen Antikörper für 1,25 Mrd. US-Dollar an Johnson 6 Johnson verkaufte. Nicht bei zukunftsgerichteten Meilensteinen zu bezahlen, sondern direkt „cash in de Täsch“, wie man in Köln sagen würde.

Patentstreite in der pharmazeutischen Industrie sind eher die Regel als eine Besonderheit. Dass die Leverkusener Bayer AG gerade jetzt, gefühlt deutlich nach der Zeit, einen grundlegenden Patentstreit mit allen mRNA-Impfstoffentwicklern der Pandemie beginnt, kommt daher überraschend. Da es dabei wohl um Milliarden geht, ist der Ansatz nachvollziehbar, das Timing aber wirft Fragen auf.

Von mehreren deutschen Investoren, darunter der Boehringer Ingelheim Venture Fund als Leadinvestor, erhält die TECregen AG in Basel eine Seed-Finanzierung von 10 Mio. CHF. Zudem sind auch der HTGF (Bonn) und der CARMA Fund (München/Frankfurt am Main) neben weiteren Investoren aus der Schweiz im Boot, das in den Gewässern zwischen Immunologie und Alterung fischt und den Thymus regenerieren möchte, um das Immunsystem auch im hohen Alter widerstandsfähig zu halten.

Die Firmenakquise der britischen Dark Blue Therapeutics aus Oxford durch die US-amerikanische Biotechnologie-Firma Amgen Inc. hat auch einen deutschen Profiteur: die Hamburger Evotec SE. In einer frühen Kooperation mit den Wissenschaftlern aus Oxford hatten sich die Hamburger Anteile gesichert und partizipieren nun an der Verkaufssumme von bis zu 840 Mio. US-Dollar.

Das neue Jahr startet bei der Kölner Disco Pharma wie das alte endete: mit einer schlagzeilenträchtigen Meldung. Vor dem Jahreswechsel war es ein beachtlicher Aufschlag zur Finanzierungsrunde gewesen, nun folgt eine ebenso beachtliche Kollaborationspartnerschaft mit dem US-amerikanischen Biotech-Pionier Amgen, die bis zu 618 Mio. US-Dollar wert werden kann.

Im vergangenen Jahr kündigte TME Pharma N.V. (Berlin/Amsterdam) einen Chef- und Strategiewechsel an. Nun informierte das börsennotierte Biotechnologie-Unternehmen über seine aktuellen Aktivitäten und Pläne.

Der EU-Ausschuss der Ständigen Vertreter hat die Deregulierung neuer genomischer Pflanzenzüchtungstechniken (NGT-1) gebilligt. Die Entscheidung ist äußerst knapp gefallen und damit weiterhin umstritten (auch in der Bundesregierung, die sich enthalten hatte) und liegt nun zur Abstimmung beim EU-Parlament.

In schöner Tradition haben wir in unsere Webstatistik geschaut und finden darin einen deutlichen Gewinner: die Martinsrieder Medigene AG lieferte die meistgelesene Meldung, jedoch leider mit dem Gang in die Insolvenz. Andere haben es erstmals in die Top 10 geschafft, aber auch Wiederholungstäter sind dabei.

Zum Jahresende bringt die Bundesregierung Schwung in die Finanzierungsdebatte. Man darf zwar nicht fragen, wessen Idee das mit dem großen Investitionsfonds ursprünglich war (viele Väter und Mütter, sicherlich, einer war kürzlich noch bündnisgrüner Bundeswirtschaftsminister), aber der Startpunkt ist gesetzt. Nun muss noch sehr viel mehr privates Geld hinzukommen, aber dies gelingt nun vielleicht leichter als bisher. Das ist zumindest die Hoffnung.