Intelligentes Shirt überwacht Wirbelsäule

Studenten der Technischen Universität Ilmenau haben ein T-Shirt entwickelt, mit dem die Bewegungen der Wirbelsäule überwacht werden können. Auf der electronica in München gewannen sie damit den Cosima-Wettbewerb des Verbandes der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik VDE.

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Emma Stolpe, Michael Jung, Mohamed Elsayed und Simon Leiniger nahmen sich der Idee ihres Professors Hartmut Witte, Leiter des Fachgebietes Biomechatronik an der TU Ilmenau an und entwickelten ein „intelligentes T-Shirt“, das mit Hilfe eines Sensorsystems die Bewegungen der Wirbelsäule überwacht und künftig bei der Rückendiagnostik eingesetzt werden könnte.

"Ob im Stehen, beim Laufen oder im Sitzen – im Alltag neigen wir zu falschen Bewegungen“, so Michael Jung. Diese fördern Fehlhaltungen, und ist dann noch zu wenig Bewegung im Spiel, kann das zu Rückenproblemen führen. Darum entwickelten die Thüringer Studenten im Rahmen der Vorlesung Grundlagen der Biomechatronik ihr System zur Überwachung der Bewegung der Wirbelsäule. Zwei kleine, leichte Sensoren werden in Stoffbeuteln im T-Shirt zwischen den Schulterblättern und oberhalb des Steißbeins angebracht und erfassen bei Bewegungen Winkelgeschwindigkeiten und Linearbeschleunigungen. Aus diesen Werten werden Neigung und Rotation der Wirbelsäule beim Gehen berechnet und die von einem Mikrocontroller gesammelten Daten drahtlos an einen PC oder ein Smartphone übertragen und ausgewertet.

Das Sensorsystem soll nun an der TU Ilmenau weiterentwickelt werden. So könnte ein App bei häufigen falschen Bewegungen auf mögliche Rückenprobleme hinweisen. Möglich wären auch Bewegungsanalysen bei köperlich anstrengenden Tätigkeiten, um Folgeschäden zu verhindern.

Mit ihrer Präsentation setzten sich die Thüringer auf der Elektronik-Messe electronica gegen Teams aus Hamburg, Karlsruhe und München durch. Sie überzeugten nicht nur durch die Technologie, sondern auch mit möglichen Perspektiven auf dem Markt.

Im VDE-Wettbewerb COSIMA („Competition of Students in Microsystems Applications“) treten jedes Jahr Teams technikaffiner Studentinnen und Studenten gegeneinander an, die neue Einsatzmöglichkeiten von Sensoren und Mikrosystemen im Alltag entwickelt haben. Nächste Station für die Ilmenauer Studenten ist der internationale iCAN-Wettbewerb in Kyoto, bei dem sie das T-Shirt präsentieren werden.

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