Mit einer neuen Baukastenmethode aus Genf eröffnen Forscher Möglichkeiten zur über bestimmte Zelloberflächenmarker zielgerichteten zellulären Adressierung von Wirkstoffen, ohne dabei einen Antikörper zu benötigen. Über eine Hybridization Chain Reaction (HCR) genannte Methode wird das Effektormolekül nur wirksam zusammengesetzt, wenn die ausgewählten unterschiedlichen Biomarker auch wirklich gemeinsam auf einer Zelle vorhanden sind.
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Heidelberg Pharma verkauft weitere Anteile an künftigen Lizenzgebühren aus der Telix-Krebsdiagnostik, die ursprünglich von der Münchner Wilex AG stammt. Damit erhält das Unternehmen, das selbst mit dem Schwerpunkt Antikörper-Wirkstoff-Konjugate in der klinischen Entwicklung steht, eine Vorabzahlung von 20 Mio. US-Dollar, sichert die eigene Finanzierung bis 2027, und wird bei einer möglichen Zulassung nochmals einige Millionen erhalten. Nur in der langfristigen möglichen Teilhabe an Umsatzerlösen verzichtet Heidelberg Pharma auf einige Anteile.
Die Zürcher Onkologie-Firma Araris Biotech AG hat eine Forschungskooperation mit Optionsvereinbarung zur Lizenzierung mit der japanischen Chugai Pharmaceutical geschlossen, einer Roche-Tochter. Ziel der Zusammenarbeit ist die Entwicklung von Antikörper-Wirkstoff-Konjugaten (ADCs) der nächsten Generation auf Basis der firmeneigenen AraLinQ™-Linker- und Konjugationstechnologie. Doch Araris ist selbst mittlerweile japanisch und eine 100%ige Tochter von Taiho Pharma, die zur Otsuka-Gruppe gehört. Geforscht wird weiterhin in Zürich – so sichtbar, dass die Gebrüder Strüngmann im vergangenen Jahr einen Preis an die Firmengründer verliehen.
Es könnte als Warnschuss für die Konkurrenz verstanden werden, wenn die Schweizer Lonza mit ihren sehr guten Geschäftszahlen zugleich betont, sich noch stärker auf das Kerngeschäft konzentrieren zu wollen. Zudem wird in der Schweiz mit etwas Sorge gesehen, dass das Unternehmen die zukünftigen strategischen Investitionen nur noch im Ausland plant. Vielleicht rutscht deshalb – trotz guter Bilanz – der Kurs um einige Franken nach unten.
Positive Signale aus einer Partnerschaft mit Takeda lassen bei Heidelberg Pharma den Rückschlag aus einem nicht wie geplant erhaltenen Meilenstein von Telix etwas in den Hintergrund treten. Dennoch ist das Unternehmen kräftig durchgeschüttelt worden und hofft nun auf ruhigere Gewässer, um die klinische Entwicklung konzentriert voranbringen zu können.
Dr. Charles Fuchs leitet die klinische Strategie- und Pipeline-Entwicklung der Tubulis GmbH in Planegg-Martinsried. Der ehemalige Roche-Manager wurde zum Chief Medical Officer ernannt und trat seine neue Position Anfang Januar an.
Die Schweizer Roche sichert sich in einem erneuten Dealt mit der chinesischen MediLink ein zweites Antikörper-Wirkstoff-Konjugat (ADC). Diesmal sind jedoch Upfront- und weitere kurzfristige Zahlungen um den Faktor elf (!) höher und liegen bei rund 570 Mio. US-Dollar. MediLink münzt damit den gestiegenen eigenen Wert nun bereits zu Beginn einer Kooperation um.
Der Börsenkurs nimmt eine kurze Talfahrt bei der Mainzer BioNTech. Grund dafür ist der paketweise Aktienverkauf durch Impfstoffentwicklungspartner Pfizer Inc. Dieser hat gerade aktuen Geldbedarf, da seine Übernahme der US-amerikanischen Firma Metsera Inc. durch einen Bieterwettstreit mit der dänischen Novo um rund 3 Mrd. US-Dollar teurer geworden ist, als ursprünglich geplant. Der BioNTech-Kurs hat sich bei rund 90 Euro wieder stabilisiert.
Heidelberg Pharma vermeldet wieder Fortschritten beim wichtigsten Wirkstoffkandidaten HDP-101. Nach einem einschneidenden Stellenabbau durch die unerwartete Zahlungsverzögerung eines multimillionenschweren Meilensteins des Partners Telix zeigt der Wirkstoffkandidat in der laufenden Phase I/IIa-Studie gegen das Multiple Myelom deutliche Fortschritte und weitere Komplettremissionen.
Entgegen kurz aufbrodelnder Gerüchte hält die Mainzer BioNTech SE unvermindert an ihrer Drei-Säulen-Strategie im Kampf gegen Krebs fest, zu der mRNA-Vakzinierungen gegen Krebs-Neoantigene in Kombination mit anderen Wirkstoffmodalitäten einen wichtigen Beitrag liefern sollen. Auch in Zukunft.

Chen SK et al, Nature Biotechnology (2026). https://doi.org/10.1038/s41587-026-03044-0
Heidelberg Pharma AG
Athos Holding
Lonza Gruppe
Grafik: Heidelberg Pharma AG
Tubulis
Jean Jaques Schaffner / Basel Area Business & Innovation
BioNTech SE
pixabay.com
BioNTech SE, aus dem Bericht zum 2. Quartal 2025