
Basel: Life Sciences als Wachstumstreiber
Die Region Basel zieht Bilanz zum Ansiedlungs- und Gründungsgeschehen des vergangenen Jahres. Mehr als einhundert neue Unternehmen finden sich in der Stadt und den angrenzenden Kantonen. Die große Mehrheit ist im Bereich Life Sciences aktiv.
Die Wirtschaftsregion Basel hat sich im vergangenen Jahr weiter als international bedeutender Standort für die Life Sciences gefestigt. Die jährliche Analyse der Standortagentur Basel Area Business & Innovation zeigt, dass nicht nur Basel-Stadt, sondern auch die Kantone Basel-Landschaft und Jura zunehmend ausländische Unternehmen aus diesem Sektor sowie aus verwandten Branchen anziehen. Von den 36 Unternehmen, die sich 2024 neu in der Region niederließen, sind demnach 26 in den Life Sciences tätig – das entspricht rund 75 % der durch Basel Area Business & Innovation begleiteten Ansiedlungen. Doch die Region bleibt auch hoch attraktiv für Firmengründungen aus den zahlreichen Forschungsinstituten. Die Zahl der unterstützten Unternehmensgründungen sank im Vergleich zum Vorjahr zwar leicht auf 67 ab, bleibt jedoch innerhalb des langfristigen Durchschnitts (hier zu den Zahlen von 2023).
Die Untersuchung bestätigt, dass die Life-Sciences-Branche weiterhin die zentrale Wachstumsquelle für die Region Basel darstellt. Die Mehrheit der neuen Unternehmen ist in diesem Bereich aktiv, ergänzt durch Ansiedlungen aus den Sektoren Informations- und Kommunikationstechnologie (ICT) sowie Dienstleistungen. Die Gesamtzahl der neuen Unternehmen übersteigt mit 36 den langfristigen Durchschnitt von 32, was auf eine anhaltend hohe Attraktivität der Region hinweist. Dabei stammen die Unternehmen aus 16 Ländern, darunter 24 aus Europa, sechs aus Amerika und sechs aus Asien.
Ein bemerkenswerter Trend ist die verstärkte geografische Verteilung der Ansiedlungen innerhalb der Region. Während Basel-Stadt traditionell ein bevorzugter Standort ist, gewinnen die Kantone Basel-Landschaft und Jura zunehmend an Bedeutung. Laut Christof Klöpper, CEO von Basel Area Business & Innovation, sind gezielte Investitionen in Innovationsräume wie Technologieparks mit Laboratorien ein zentraler Treiber dieser Entwicklung. Insbesondere der Switzerland Innovation Park Basel Area mit seinen drei Standorten im Basler Vorort Allschwil, auf dem Novartis-Campus am Rhein und im Jura erweist sich als attraktiver Standort für Unternehmen aus den Bereichen Biotech, Medtech und Healthtech.
Ein weiterer Erfolgsfaktor der Region ist die gezielte Unterstützung von Start-ups. Die beiden Inkubatoren BaseLaunch und DayOne haben 2024 zusammen 478 Mio. CHF für ihre betreuten Unternehmen generiert. Diese Kapitalzuflüsse leisten einen erheblichen Beitrag zur Stärkung und Diversifizierung der regionalen Wirtschaft. Auch als Generator für neue Arbeitsplätze sind die Neugründungen nicht zu unterschätzen: die im vergangenen Jahr neu angesiedelten oder gegründeten Unternehmen planen, in den nächsten fünf Jahren mehr als 700 neue Arbeitsplätze zu schaffen.
Internationale Anerkennung erhielt die Region Basel für ihre Investitionsförderstrategie: Das britische Investitionsportal fDi Intelligence der Financial Times bewertete die Strategie von Basel Area Business & Innovation als die beste unter den kleineren europäischen Städten. CEO Christof Klöpper klingt hochzufrieden: „2024 war ein fantastisches Jahr für Basel Area Business & Innovation und für die Region. So konnten wir über 100 Unternehmen bei der Ansiedlung oder Gründung in der Region unterstützen, und die im vergangenen Jahr von uns unterstützten Start-ups haben zusammen fast eine halbe Milliarde Franken an Investitionen aufgebracht. Ich freue mich darauf, auch im Jahr 2025 großartige Ergebnisse zu erzielen.“
Als eines der Erfolgsbeispiele der Region wird die Firma Alentis genannt. Sie wurde 2018 gegründet und in enger Zusammenarbeit zwischen Prof. Thomas Baumert, dem wissenschaftlichen Gründer von Alentis, und dem BaseLaunch-Team finanziert, inkubiert und aufgebaut. Die Arbeit gipfelte darin, dass Alentis Anfang 2019 eine Serie-A-Finanzierungsrunde abschloss, die von Pureos Bioventures, BioMedPartners und BPI geleitet wurde. Nachfolgende Finanzierungsrunden der Serien B, C und D, an denen sich Orbimed, Novo Holdings, RA Capital, Jeito und andere beteiligten, brachten die finanzielle Ausstattung auf insgesamt rund 366 Mio. US-Dollar. Die von Roberto Iacone geleitete Alentis setzte den rasanten Aufstieg im vergangenen Jahr mit der größten Finanzierungsrunde (181,4 Mio. US-Dollar) in der Schweiz fort.
„Es gibt keinen anderen Inkubator wie BaseLaunch, und Alentis würde ohne ihn nicht existieren. BaseLaunch hat uns in kritischen Zeiten unterstützt und war von unschätzbarem Wert in allen Aspekten der Unternehmensgründung, sei es bei der Lizenzierung unseres geistigen Eigentums, bei der Zusammenstellung des ersten Teams oder bei der Unterstützung unserer Serie-A-Finanzierung. Auch heute noch nehmen wir von Zeit zu Zeit ihre Unterstützung und ihr unglaubliches Netzwerk in Anspruch“, kommentiert Thomas Baumert die Unterstützung in der Gründungsphase durch das erfahrene BaseLaunch-Team um Stephan Emmerth.
Insgesamt zeigt die aktuelle Untersuchung, dass die Region Basel ihre Position als führender Life-Sciences-Standort weiter ausbaut. Neben der kontinuierlichen Zunahme von Unternehmensansiedlungen und -gründungen trägt insbesondere die Vernetzung zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Innovation wie auch die hohe Expertise in der Unternehmensentwicklung dazu bei, dass sich Basel immer besser als europäisches Innovationszentrum der Life-Sciences-Industrie positioniert.