Die analytica 2026 verzeichnet mehr Aussteller und Besucher und bestätigt ihre Rolle als internationaler Branchentreff. Im Fokus standen vor allem KI, Automatisierung und digitale Labore. Rund 35.000 Teilnehmer informierten sich in München über aktuelle Entwicklungen in Analytik, Labortechnik und Biotechnologie. China ist ein Thema, doch wegen stagnierender Zahlen dominiert eher der Wunsch der Laborausrüster, wieder mehr Aufmerksamkeit in Gesellschaft und Politik zu erhalten.

Mit einer neuen Baukastenmethode aus Genf eröffnen Forscher Möglichkeiten zur über bestimmte Zelloberflächenmarker zielgerichteten zellulären Adressierung von Wirkstoffen, ohne dabei einen Antikörper zu benötigen. Über eine Hybridization Chain Reaction (HCR) genannte Methode wird das Effektormolekül nur wirksam zusammengesetzt, wenn die ausgewählten unterschiedlichen Biomarker auch wirklich gemeinsam auf einer Zelle vorhanden sind.

Eine neue Methode zur über Magnetpartikel gesteuerten lokal angereicherten Abgabe von Wirkstoffen könnte die Off-Target-Effekte bei RNA-Therapien deutlich reduzieren. Die Arbeiten aus dem Labor Thomas Thum an der Medizinischen Hochschule Hannover haben es damit auf die Titelseite eines Wissenschaftsmagazins geschafft.

Ein internationales Forschungsteam mit Schwerpunkt in Barcelona, Spanien, hat eine neue Methode entwickelt, mit der sich die Aktivität von Spleißfaktoren – zentralen Regulatoren der Genverarbeitung – deutlich präziser bestimmen lässt. Die Technik liefert neue Einblicke, wie Tumorzellen genetische Informationen verändern, um Wachstum, Immunflucht oder Therapieresistenz zu fördern. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift Nature Communications veröffentlicht.

Oft wird beklagt, dass der deutsche Mittelstand Innovationen aus den vielen Life-Sciences-Start-ups der Republik zu zögerlich aufnimmt. Die Kooperation von Bürkert und Green Elephant Biotech (Gießen) zeigt, dass es auch recht schnell gehen kann.

Ein internationales Forschungskonsortium hat das bislang umfassendste genetische Profil von Tumorerkrankungen bei Hauskatzen vorgelegt. Für die in Science veröffentlichte Studie „The oncogenome of the domestic cat“ analysierten die Wissenschaftler 493 Tumoren aus 13 Krebsarten – jeweils im Vergleich mit gesundem Gewebe derselben Tiere. Beteiligt war unter anderem die Veterinärmedizinische Universität Wien wie auch die Universität Bern, Schweiz.

Die Vielzahl von Verknüpfungen und Zusammenhängen der molekularen Ebenen von Krankheiten haben Forscher aus München und Kanada in ein Wissensdatennetz gepackt, das auch bisher unbekannten Beziehungen nachspürt.

Mit AlphaGenome hatte Google DeepMind bereits vor einigen Monaten ein KI-Modell vorgestellt, das die Auswirkungen kleiner DNA-Veränderungen auf molekulare Prozesse vorhersagen kann. Nun liegt die wissenschaftliche Einordnung auf höchstem Niveau vor: Ende Januar 2026 veröffentlichte das AlphaGenome-Team um Ziga Avsec und Pushmeet Kohli die Ergebnisse in Nature. Der Fachartikel markiert einen klaren Fortschritt und macht erstmals transparent, was gegenüber früheren Ansätzen neu hinzugekommen ist.

Auf der Suche nach einem alternativen Färbemittel für die Elektronenmikroskopie sind Forscher aus Graz (Österreich) auf eine haushaltsübliche Substanz gestoßen: Kaffee. Nicht als Wachmacher für den Forscher am Mikroskop, sondern als Ersatz für das gesundheitsschädliche Uranylacetat.

Herpesviren begleiten den Menschen seit Jahrtausenden, das wurde nun genomisch belegt. Ein internationales Forschungsteam unter Leitung der Universität Wien und der Universität Tartu hat erstmals vollständige Genome der humanen Beta-Herpesviren HHV-6A und HHV-6B aus über 2.000 Jahre alten menschlichen Überresten rekonstruiert. Die in Science Advances veröffentlichte Studie liefert damit den bislang ältesten direkten Nachweis dafür, dass diese Viren bereits seit der Eisenzeit mit dem Menschen koexistieren und sich teilweise sogar dauerhaft in dessen Erbgut integriert haben.