
12 Start-ups präsentierten auf dem 11. Pitch-Event im IZB
Das Innovations- und Gründerzentrum Biotechnologie (IZB) in Martinsried bei München hat Anfang Juli gemeinsam mit dem High-Tech Gründerfonds (HTGF) den 11. Life Science Pitch Day veranstaltet. Zwölf Start-ups präsentierten sich dort vor Investoren.
Die schon 11. Veranstaltung dieser Präsentationsreihe von Start-up-Projekten vor Investoren wurde unterstützt von Leaps by Bayer, dem Boehringer Ingelheim Venture Fund und dem Pharmaunternehmen MEDICE aus Iserlohn. Das Format bringt junge Life-Science-Unternehmen mit Investoren sowie Vertretern aus Pharmaindustrie und Venture Capital zusammen.
Nach der Eröffnung durch IZB-Geschäftsführer Christian Gnam stellten zwölf ausgewählte Start-ups und Projektteams ihre Technologien und Entwicklungsprogramme für Erkrankungen mit hohem medizinischem Bedarf vor.
Große Bandbreite
Die Bandbreite der Darstellungen geht regional über das Münchner Ökosystem hinaus und reichte von neuen Therapieansätzen über Plattformtechnologien bis hin zu Gentherapie- und Geneditierungsverfahren.
Zu den präsentierenden Unternehmen gehörten:
- Allothera, das einen nicht-opioiden Therapieansatz gegen neuropathische Schmerzen entwickelt.
- Alondras Therapeutics, das langlebige Small Molecule Drug Conjugates für Krebs und weitere Indikationen verfolgt.
- Barriera Therapeutics, das niedermolekulare Therapien für Nierenerkrankungen entwickelt, zunächst für das Alport-Syndrom.
- CheckBrain Therapeutics, das einen neuroprotektiven Ansatz zur Behandlung des akuten Schlaganfalls vorstellte.
- EpiBlok, das eine Gentherapie gegen therapieresistente fokale Epilepsie entwickelt.
- EpiCure, das an epigenetischen Therapien für Hochrisiko-AML und myelodysplastische Syndrome arbeitet.
- EpiTher, das mit einer Drug-Discovery-Plattform neue Behandlungsoptionen für therapieresistente Epilepsie erschließen will.
- NeutroGen Therapeutics, das eine Transfusionstherapie für Patienten mit schwerer therapiebedingter Neutropenie entwickelt.
- Nerai Bioscience, das CRISPR-basierte Therapien für seltene genetische Erkrankungen auf Basis einer Base-Editing-Plattform vorantreibt.
- Phialogics, das Biologika entwickelt, die das Immunsystem bei akuten und chronisch-entzündlichen Erkrankungen regulieren sollen.
- Refoxy Pharma, das Therapien gegen altersbedingte Erkrankungen mit einem ersten Schwerpunkt auf Fibrose entwickelt.
- Umlaut.Bio, das die tRNA-Biologie für neue Therapieansätze bei Krebs- und Autoimmunerkrankungen nutzt.
Nach Angaben der Veranstalter soll der Life Science Pitch Day jungen Unternehmen in einer frühen Entwicklungsphase den Zugang zu Kapital, strategischer Beratung und industriellen Partnern erleichtern. Neben Finanzierungsmöglichkeiten stehen dabei vor allem der Austausch mit erfahrenen Unternehmern sowie die Anbahnung von Kooperationen im Mittelpunkt und hat sich als Vernetzungsformat für Life-Science-Start-ups im deutschsprachigen Raum etabliert.
Zuviele lokale Investoren-Events?
Gestandene Investoren sehen die große Zahl ähnlicher Formate in lokalen Biotech-Hubs durchaus mit gemischten Gefühlen. Einerseits landeten sowieso die allermeisten Projektideen früher oder später auf dem Schreibtisch der eingeführten VC-Gesellschaften, heißt es oft gegenüber |transkript, die jährlich über 1000 solche Pitch-Decks erhalten. Andererseits wäre jedes Vortragen und Präsentieren für die Gründungswilligen auch immer ein gutes Training. Für Investoren sei es aber zunehmend eine zeitliche Herausforderung bei den vielen lokalen Events zu erscheinen und sich ein Bild von den Team zu machen.
Diese kritische Schwelle hat der Pitch-Event im IZB zumindest übersprungen, dort sind regelmäßig mehr Investoren anwesend als Gründer.

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Urban Bartenschlager, DZIF/Uniklinik Heidelberg