Die Hamburger Evotec SE lässt das Personalkarusell sich kräftig drehen. Doch die Einstellungen sind nur der eine Teil, der für frischen Wind bei dem Wirkstoffentwickler sorgen soll. Zudem mischt sich ein aktivistischer Investor in die Strategie ein und wünscht eine Abspaltung der lukrativen Produktionssparte Just Evotec Biologics. Ob das im Sinne des Unternehmens ist, bleibt die Frage, dass Evotec überhaupt wieder Gesprächsstoff liefert, dürfte aber hochwillkommen sein.
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Nach einem herausfordernden Jahr sendet Evotec wieder vorsichtig optimistische Signale. Der Hamburger Wirkstoffforscher hat 2025 bei einem leicht rückläufigen Umsatz von rund 788 Mio. Euro seine Profitabilität deutlich verbessert: Das bereinigte operative Ergebnis stieg auf 41 Mio. Euro und lag damit klar über dem Vorjahr.
Der Rotstift kommt manchmal mit einer wohlklingenden Umschreibung daher. „Horizon“ nennt die Hamburger Evotec SE die nächste Stufe der Restrukturierung und der Sparmaßnahmen, die einige weitere Standorte und deren Belegschaften betreffen sollen. Bis zu 800 Beschäftigte dürften sich von schönen Worten nicht allzu stark blenden lassen.
Für BioNTech könnte 2026 zu einem der entscheidendsten Jahre seit dem pandemiebedingten Durchbruch werden. Die Pipeline ist breit, die Kasse prall gefüllt, die Partnerschaften sind zahlreich und die Perspektive reicht weit über das Jahr 2030 hinaus. Doch bei aller strategischen Vorbereitung entscheidet sich in den kommenden Monaten vor allem eines: Können die klinischen Daten die hohen Erwartungen an BioNTechs Krebsstrategie einlösen?
Alle Jahre wieder, könnte man sagen: Nach 150 Mio. US-Dollar im Herbst 2024 gibt es im Dezember 2025 eine erneute Kapitalmaßnahme bei Immatics. Diesmal handelt es sich um eine Kapitalerhöhung von rund 125 Mio. US-Dollar.
In Mainz darf man sich über einen gewaltigen Milliarden-Geldregen freuen, der einmal nichts mit Impfstoffen zu tun hat. Er hat zwar auch nichts mit der eigenen Forschungsleistung zu tun aber zumindest mit dem glücklichen Händchen, das man mit der Übernahme der chinesischen Biotheus bewiesen hat: die dafür aufgebrachte runde Milliarde wird um ein Vielfaches durch den Partnerschaftsdeal mit Bristol Myers Squibb wettgemacht.
Was für Branchenkenner wie eine Routinemeldung klingt, ist für die lange strauchelnde Evotec SE ein sehr willkommener „steter Tropfen“: die erfolgsabhängigen Meilensteinzahlungen von Partner Bristol Myers Squibb (BMS). Dank eines neuerlichen Fortschritts in der strategischen wissenschaftlichen Zusammenarbeit bei der Entwicklung einer Pipeline von Molecular Glues folgt nun wieder ein solcher Bonus, diesmal in Höhe von insgesamt 75 Mio. US-Dollar.
Der neue Partnerdeal mit Gilead bringt der Münchner Tubulis Anfang Dezember ein frühes Weihnachtsgeschenk in Form von 20 Mio. US-Dollar Upfront, gefolgt von 30 Mio. US-Dollar beim Ziehen der Option. Weitere mögliche Meilensteinzahlungen könnten insgesamt rund 415 Mio. US-Dollar ergeben. Und das alles für nur ein Zielmolekül im Bereich der soliden Tumoren, gegen das die Tubulis GmbH mit ihrer ADC-Plattform ein geeignetes Toxin-Konjugat entwickeln soll.
Gerade noch waren die Börsenanalysten mächtig uneinig, ob und wie die 9-Monatszahlen und der weiterhin mäßige Gesamtjahresausblick der Hamburger Evotec SE interpretiert und eingeordnet werden sollte zwischen Kauf-, Halte- oder Verkaufsempfehlungen. Da platzt am Montag Mittag ein konkretes Übernahmevorhaben in den Wochenstart und der Kurs gibt mächtig Gas nach oben. Ist diesmal mehr dran als bei früheren Gerüchten?
Mit einem von vielen als enttäuschend vorsichtig angesehenen Jahresausblick hat die Hamburger Evotec SE nicht überzeugen können. Die angekündigten Sparmaßnahmen und ein neuer Blick auf die eigenen Prognosen werden von Analysten als Ängstlichkeiten interpretiert und dämpfen jede Phantasie. Für Hedgefonds auf der Leerverkaufsseite ein gefundenes Fressen.

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