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BioNTech beendet eine mRNA-Studie bei Darmkrebs und setzt damit genau das entgegengesetzte Signal wie Wochen zuvor der Konkurrent Moderna. Doch vergleichen lassen sich beide Ansätze nicht wirklich. Bei BioNTech ging es um eine mRNA-Monotherapie bei Darmkrebs, Moderna zeigte Ergebnisse aus einer Kombinationstherapie mit dem Checkpoint-Wirkstoff Keytruda von Merck/MSD. Die Börse reagierte jedoch prompt auf die Nachricht aus Mainz: die Aktie gab nach dem Anstieg als Beifahrer der Moderna-Meldung nun wieder deutlich Prozentpunkte ab.

Das Tübinger Biotechnologieunternehmen Immatics will mit einer neuen Kapitalerhöhung brutto rund 150 Mio. US-Dollar einnehmen. Das Unternehmen hat den Verkauf von 12,95 Millionen Stammaktien zu jeweils 8,69 US-Dollar vereinbart. Hinzu kommen vorfinanzierte Optionsscheine für den Erwerb von 4,32 Millionen weiteren Aktien. Bei immatics stehen wichtige klinische Daten an, die für eine mögliche Zulassung entscheidend sein könnten.

Wenn besonders innovative First-in-Human-Studien starten, fällt der erste Blick meist auf die USA, neuerdings verstärkt auch auf China. Diesmal ist es anders: Das US-amerikanische Biotech-Unternehmen Oblenio Bio (das mit einem chinesischen Partner kooperiert) hat die ersten Patienten seiner Phase Ia-Studie mit dem trispezifischen T-Zell-Engager LBL-051 nicht in Nordamerika, sondern in Deutschland behandelt. (Strenggenommen ist das keine „Zelltherapie“, da keine Zelle von extern zugeführt wird, sondern der tri-spezifische Antikörper-Engager, der dann die Zellen im Körper zusammenführt und dort die Zellen zum Ziel nimmt)

Neue Ansätze gegen Hirntumoren: Forscher der Empa (Schweiz) entwickeln Nanozyme, die per Infrarotlicht direkt im Gehirn aktiviert werden. Ziel ist eine präzisere, lokal wirksame Therapie – ein möglicher Fortschritt bei bislang schwer behandelbaren Tumoren. Das Projekt befindet sich noch in der Frühphase.

Die Tübinger Immatics N.V. stellte auf dem ESMO Immuno-Oncology Congress 2025 aktualisierte Daten aus der laufenden Phase Ia-Dosis-Eskalationsstudie zu ihrer PRAME-gerichteten Zelltherapie der zweiten Generation vor. Die überraschenden Ergebnisse haben kaum Auswirkungen auf den Aktienkurs. Möglicherweise liegt das an der Konkurrenz von zahlreichen Ansätzen gegen das PRAME-Zielmolekül (Preferentially Expressed Antigen in Melanoma), unter denen Immatics aber auch Immunocore (UK) schon in späteren klinischen Phasen unterwegs sind.

Alle Jahre wieder, könnte man sagen: Nach 150 Mio. US-Dollar im Herbst 2024 gibt es im Dezember 2025 eine erneute Kapitalmaßnahme bei Immatics. Diesmal handelt es sich um eine Kapitalerhöhung von rund 125 Mio. US-Dollar.

Die Allogenetics GmbH ist ein Biotechnologieunternehmen mit Sitz in Hannover, gegründet 2022 als Spin-off der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH). Das Unternehmen entwickelt ein First-in-class-Produktportfolio, das darauf abzielt, Spenderorgane immunologisch „unsichtbar“ zu machen – ein Paradigmenwechsel in der Transplantationsmedizin solider Organe.

Organoide sind präzise, patientenbasierte Tumormodelle mit großem Potential für die Targetvalidierung, die Wirkstoffforschung und die klinische Anwendung neuer Therapien. Ihre einzigartigen Eigenschaften ermöglichen entscheidende Fortschritte auf dem Weg zur Präzisionsonkologie.

Carl June hat es wieder getan: Nach seiner Pionierleistung zur Entwicklung des ursprünglichen CAR-T-Konzepts (zusammen mit seinem Team und weiteren Wissenschaftlern) an der University of Pennsylvania vor gut einem Jahrzehnt ist er nun maßgeblich daran beteiligt, die Modifikation nicht ex-vivo, sondern direkt im Patienten stattfinden zu lassen. Sein Hilfswerkzeug sind zielgerichtete Lipidvektoren mit einer mRNA, die T-Zellen mit den gewünschten (besseren) Rezeptoren ausstatten. Ein aktuelles Science-Paper sorgt für Furore. Vielleicht ist er damit noch einen Schritt näher an den Nobelpreis gerückt.

Einem Urgestein der Münchner Biotechnologie-Szene, der 1994 gegründeten Medigene AG, geht die Puste aus. Nach der kürzlichen Mitteilung zur Verlustanzeige des Grundkapitals haben Vorstand und Aufsichtsrat des Unternehmens den Weg zum Amtsgericht eingeschlagen, um dort die Eröffnung des Insolvenzverfahrens zu beantragen. Nach Morphosys verschwindet damit das letzte große „M“ der Firmennamen im Münchner Biotechnologie-Cluster, nachdem die Firma Micromet schon 2012 von Amgen aufgekauft worden war.