Ein neuartiges synthetisches Organell speichert flüchtige RNA-Moleküle und macht vorübergehende Genaktivität nachträglich messbar. Ein Forschungsteam um Randall Platt an der ETH Zürich zeigt, wie sich damit auch dynamische Immunreaktionen auf Einzelzellebene rekonstruieren lassen. Die Methode ist allerdings kein lückenloses molekulares Protokoll: Sie bewahrt RNA-Signale, aber keine exakten Zeitstempel.
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BioNTech verfehlt bei Kopf-Hals-Krebs den ersten primären Endpunkt in einer Phase II/III-Studie. Vor Kurzem meldeten dagegen Moderna und Merck positive Phase III-Daten beim Melanom. Der Gegensatz ist weniger eindeutig, als er zunächst scheint: Die Unternehmen testen unterschiedliche Impfstoffkonzepte – und behandeln Patienten in grundverschiedenen Krankheitsstadien. Bei mRNA-Krebsimpfstoffe gibt es also viele Wege, was den direkten Vergleich erschwert. Ein Versuch der Einordnung.
Die Europäische Investitionsbank (EIB) stellt der Ethris GmbH 30 Mio. Euro zur Verfügung, um den mRNA-Kandidaten ETH47 weiter klinisch zu entwickeln. Der Münchner RNA-Spezialist arbeitet bereits seit mehreren Jahren an dem breit angelegten antiviralen Ansatz. Dass nun ausgerechnet die EIB einsteigt, zeigt aber auch das Dilemma der Pandemievorsorge: Der gesellschaftliche Nutzen eines Breitband-Antivirals ist groß, der kommerziell kalkulierbare Markt dagegen schwerer zu greifen.
Mehr als 20 Jahre nach der ersten Entschlüsselung des menschlichen Genoms zeigt sich erneut, dass die vermeintlich bekannte Bauanleitung des Menschen noch Lücken hat. Forscher der Harvard Medical School haben Hinweise darauf gefunden, dass verschiedene Gene in Säugerzellen miteinander kombiniert werden können und dabei bislang unbekannte messenger-RNAs und funktionelle Proteine entstehen. Die Rede ist von Hunderten bis zu Tausenden neuen Proteinen. Die Ergebnisse wurden Anfang September im Fachjournal Nature veröffentlicht.
BioNTech beendet eine mRNA-Studie bei Darmkrebs und setzt damit genau das entgegengesetzte Signal wie Wochen zuvor der Konkurrent Moderna. Doch vergleichen lassen sich beide Ansätze nicht wirklich. Bei BioNTech ging es um eine mRNA-Monotherapie bei Darmkrebs, Moderna zeigte Ergebnisse aus einer Kombinationstherapie mit dem Checkpoint-Wirkstoff Keytruda von Merck/MSD. Die Börse reagierte jedoch prompt auf die Nachricht aus Mainz: die Aktie gab nach dem Anstieg als Beifahrer der Moderna-Meldung nun wieder deutlich Prozentpunkte ab.
Der Erfolg einer personalisierten mRNA-Krebsimmuntherapie von Moderna und der US-amerikanischen Merck in einer Phase-III-Studie lässt die mRNA-Branche aufatmen. Besonders stark reagiert die BioNTech-Aktie. Dahinter steckt mehr als ein kurzfristiger Börseneffekt: Die Daten könnten erstmals in größerem Maßstab zeigen, dass mRNA auch jenseits von Covid-19 eine therapeutische Plattform sein kann.
Bei BioNTech rücken Fragen zum geplanten neuen mRNA-Unternehmen der einstigen Gründer in den Fokus, beziehungsweise sie werden vielleicht auch nicht ganz ohne Eigeninteresse auf die offene Bühne gezerrt. Der geplante Umbau bei BioNTech hat einen medial sehr präsenten Aktionär auf den Plan gerufen. Bernd Förtsch, Gründer der Börsenmedien AG (unter anderem „Der Aktionär“) und langjähriger Aktionär des Unternehmens, hat dem Aufsichtsrat einen umfangreichen Fragenkatalog zum angekündigten Start-up des scheidenden Gründerehepaars mit der möglichen Übertragung oder Lizenzierung zentraler mRNA-Technologien vorgelegt und prüft nach eigenen Angaben mögliche rechtliche Schritte. In Mainz gibt man sich bedeckt und betont, dass man die Fragen bereits beantwortet habe.
Forscher von BioNTech und Partnern berichten in Nature Immunology über zwei mRNA-basierte Tuberkulose-Impfstoffkandidaten, die in Tiermodellen starke Immunantworten auslösten und die bakterielle Last nach einer Infektion deutlich senkten. Die Kandidaten BNT164a1 und BNT164b1 befinden sich bereits in klinischen Phase I/II-Studien.
T-CURX übernimmt Pantherna: beginnt damit ein neuer Wettlauf um die nächste Generation der CAR-T-Therapien? Das Würzburger und Münchner CAR-T-Unternehmen T-CURX übernimmt das Berliner mRNA- und LNP-Unternehmen Pantherna Therapeutics. Finanzielle Details der Transaktion wurden nicht bekannt gegeben. Pantherna soll als hundertprozentige Tochtergesellschaft in Hennigsdorf weitergeführt werden.
Das Mainzer Biotech-Unternehmen BioNTech SE steht vor einem historischen Führungswechsel – die Köpfe hinter dem Corona-Impfstoff wagen einen Neustart. Ugur Sahin und Özlem Türeci wollen sich ganz auf die mRNA-Plattformtechnologie konzentrieren und starten zum Jahresende in einem eigenen neuen Unternehmen, an dem sich BioNTech beteiligen will, das aber mit einer eigenen Prioritätenliste unterwegs sein soll.

Reinkemeier, C.D., Manero-Carranza, M., Farouni, R. et al. Recordanelles for transcriptome-wide single-cell RNA recording in human cells. Nat Biotechnol (2026). https://doi.org/10.1038/s41587-026-03327-6
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