Universitätsklinikum Heidelberg

Neurimmune verkauft künftige Lizenzumsätze und füllt Kriegskasse

Das Schweizer Biotech-Unternehmen Neurimmune sichert sich über einen Royalty-Deal mit Royalty Pharma bis zu 425 Mio. US-Dollar. Das Unternehmen verkauft dafür einen Teil seiner künftigen Umsatzbeteiligungen am ATTR-CM-Antikörper Cliramitug, den AstraZeneca über seine Rare-Disease-Tochter Alexion entwickelt. 125 Mio. Dollar fließen gleich, eine größere Tranche Anfang 2027, und zusätzlich gibt es noch mögliche Meilensteine.

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Das Schweizer Biotech-Unternehmen Neurimmune sichert sich über einen Royalty-Deal mit Royalty Pharma bis zu 425 Mio. US-Dollar, ohne neue Aktien auszugeben. Das Unternehmen verkauft dafür einen Teil seiner künftigen Umsatzbeteiligungen am ATTR-CM-Antikörper Cliramitug, den AstraZeneca über seine Rare-Disease-Tochter Alexion entwickelt. 125 Mio. Dollar fließen sofort, weitere 125 Mio. Dollar Anfang 2027. Bis zu 175 Mio. Dollar sind an klinische und regulatorische Meilensteine geknüpft.

Neurimmune bleibt beteiligt

Im Gegenzug erhält Royalty Pharma künftig eine Umsatzbeteiligung von 3–4% auf die weltweiten Cliramitug-Verkäufe. Neurimmune betont, dennoch einen wesentlichen Teil seiner ursprünglichen Lizenz- und Meilensteinansprüche zu behalten.

Cliramitug befindet sich derzeit in der Phase-III-Studie DepleTTR-CM gegen Transthyretin-Amyloidose des Herzens (ATTR-CM). Anders als die bereits zugelassenen TTR-Stabilisatoren oder RNA-Therapien soll der Antikörper bereits im Herzgewebe abgelagerte Amyloid-Proteine entfernen. Bislang ist keine amyloidabbauende Therapie für ATTR-CM zugelassen. Zusätzliche Aufmerksamkeit erhält der Ansatz nach dem jüngsten Rückschlag von AstraZeneca und Ionis, deren RNA-Therapie Eplontersen in einer Phase-III-Studie die klinischen Endpunkte nicht erreichen konnte.

Zukunft heute zu Geld machen

Die Transaktion zeigt zugleich, wie sich Royalty-Modelle als alternative Finanzierungsquelle etablieren. Statt über Kapitalerhöhungen beschaffen Biotech-Unternehmen zunehmend Liquidität, indem sie künftige Lizenz- oder Umsatzbeteiligungen teilweise verkaufen. Für Neurimmune bedeutet dies nicht verwässerndes Kapital, das direkt in die eigene Pipeline fließen soll. Dazu gehören unter anderem der ALS-Antikörper AP-101 (Phase II), Programme gegen AL-Amyloidose, Rückenmarksverletzungen sowie weitere Projekte gegen neurodegenerative Erkrankungen und Proteinfehlfaltungen.

Royalty Pharma baut mit der Vereinbarung seine Position im wachsenden ATTR-CM-Markt weiter aus. Das Unternehmen hatte bereits Ende 2025 für 310 Mio. US-Dollar Lizenzrechte an Alnylams ATTR-Therapie Amvuttra erworben und entwickelt sich zunehmend zu einem der wichtigsten alternativen Kapitalgeber für die Biotech-Branche.

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