D Sharon Pruitt, Wikimedia Creative Commons

NovaGo erhält Millionen für neuen Ansatz bei Rückenmarksverletzungen

Das Schweizer Biotechunternehmen NovaGo Therapeutics hat eine Serie-B-Finanzierung über 24 Mio. Schweizer Franken (30 Mio. US-Dollar) abgeschlossen. Die Runde wurde von Neurimmune und Pureos angeführt.

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Die Finanzierungsrunde der Schweizer NovaGo wurde von Neurimmune und Pureos angeführt, beteiligt waren zudem bestehende und neue Investoren. Ergänzt wird die Eigenkapitalfinanzierung durch nicht verwässernde Mittel der Swiss Paraplegic Foundation und von Wings for Life. Auch das Investmentvehikel der Gebrüder Strüngmann, Athos, ist bei dem innovativen Start-up involviert.

Ausweitung der klinischen Studie

Mit dem Kapital will NovaGo seinen führenden Antikörperkandidaten NG004 in die nächste klinische Entwicklungsphase bei Patienten mit akuter Rückenmarksverletzung bringen. Geplant ist eine randomisierte, doppelblinde Proof-of-Concept-Studie mit 120 Patienten an Zentren in Deutschland, Spanien und der Schweiz.

NG004 richtet sich gegen Nogo-A, ein Protein, das das Wachstum und die Regeneration von Nervenfasern im zentralen Nervensystem hemmt. Durch die Blockade von Nogo-A soll die Regeneration geschädigter Nervenfasern und die neuronale Plastizität gefördert werden. Ziel ist es, verlorene neurologische Funktionen nach einer Rückenmarksverletzung wiederherzustellen.

Nogo-A hemmt das Nervenwachstum

NovaGo war 2015 als Ausgründung der Universität Zürich gegründet worden. Das Unternehmen arbeitet eng mit der Schweizer Antikörperfirma Neurimmune zusammen und geht auf Forschungsarbeiten von Martin Schwab zurück, der Nogo-A als einen wichtigen Hemmfaktor für die Regeneration von Nervenfasern identifiziert hatte. NG004 befindet sich derzeit in einer Phase-1b-Studie bei akuter Rückenmarksverletzung; eine weiterführende Phase-2-Studie wird vorbereitet.

„Wir freuen uns, dass das Programm diese entscheidende Phase der klinischen Entwicklung erreicht“, sagte Martin Schwab, Chief Scientific Officer von NovaGo. Auch Neurimmune-CEO Roger M. Nitsch verwies auf die bisherigen Phase-1-Ergebnisse und die Perspektive, mit NG004 einen regenerativen Therapieansatz für Rückenmarksverletzungen zu entwickeln.

Jedes Jahr sind weltweit schätzungsweise bis zu 500.000 Personen von Rückenmarksverletzungen betroffen. Bisher war diese Indikation ein „Friedhof für Medikamentenentwickler“, nichts wollte wirklich funktionieren, die klinischen Studien sind sowohl vom Setting der Patienten als auch ethisch eine enorme Herausforderung, da das Risiko einer Verschlechterung unter innovativer Therapie ganz besonders schwer wiegt.

Unter Investoren galt NovaGo bereits seit einigen Monaten als Kandidat für eine Finanzierung, wenn denn die ersten klinischen Daten dafür die Grundlage bieten sollten. Das hat sich nun bewahrheitet. Für NovaGo markiert die Finanzierung damit den nächsten Schritt von der frühen klinischen Erprobung hin zum Nachweis eines möglichen therapeutischen Effekts. Neben Rückenmarksverletzungen entwickelt das Unternehmen weitere Anti-Nogo-A-Ansätze für Erkrankungen des zentralen Nervensystems.

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