Sartorius AG

Sartorius wächst weiter – Bioprozessgeschäft bleibt der wichtigste Treiber

Der Göttinger Labor- und Bioprozessausrüster Sartorius hat seinen Wachstumskurs im ersten Halbjahr 2026 fortgesetzt. Operativ legte der Umsatz währungsbereinigt um 7,7 % zu, während die EBITDA-Marge auf 30,3 % stieg. Der Ausbau in Südkorea geht planmäßig weiter, dort wird die Produktion im Wesentlichen im Jahr 2027 hochgefahren.

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Der Göttinger Labor- und Bioprozessausrüster Sartorius hat seinen Wachstumskurs im ersten Halbjahr 2026 fortgesetzt. Operativ legte der Umsatz währungsbereinigt um 7,7 % zu, während die EBITDA-Marge auf 30,3 % stieg. Belastet wurden die ausgewiesenen Geschäftszahlen allerdings durch einen Sondereffekt im Zusammenhang mit US-Zöllen, der die operative Entwicklung teilweise überdeckte.

Der Konzern erzielte im ersten Halbjahr einen Umsatz von 1,81 Mrd. Euro. Ohne die geplanten Kundenkompensationen für zuvor erhobene US-Zölle wuchs das operative Geschäft währungsbereinigt um 7,7 %. Einschließlich dieses nicht operativen Effekts lag das Umsatzplus bei 6,2 %. Wachstumstreiber blieb in beiden Unternehmenssparten vor allem das wiederkehrende Geschäft mit Verbrauchsmaterialien. Gleichzeitig stabilisierte sich das Geschäft mit Bioprozessanlagen und Laborinstrumenten und kehrte leicht auf Wachstumskurs zurück. Auch die 2025 übernommene MATTEK trug zum Umsatzanstieg bei.

„Die Dynamik im ersten Halbjahr 2026 bestärkt uns in unserem Kurs – das operative Geschäft bewegt sich wie erwartet in die richtige Richtung. Besonders ermutigend ist dabei die positive Entwicklung in wesentlichen Teilen unseres Portfolios: Das wiederkehrende Geschäft blieb der wichtigste Wachstumstreiber beider Sparten. Gleichzeitig stabilisierte sich das Geschäft mit Anlagen und Instrumenten weiter, kehrte sogar zu leichtem Wachstum zurück und auch die Laborsparte gewann zunehmend an Fahrt“, sagte Vorstandsvorsitzender Michael Grosse.

US-Zollrückerstattungen verzerren Halbjahreszahlen

Eine Besonderheit des Berichtszeitraums sind Rückzahlungen von US-Zöllen, nachdem der U.S. Supreme Court diese für unzulässig erklärt hatte. Sartorius hat dazu rund 40 Mio. Euro bei der US-Regierung angemeldet, davon sind im ersten Halbjahr rund 26 Mio. Euro rückerstattet worden, die Sartorius an seine Kunden zurückgeben will, die ihrerseits einen Aufschlag auf die Produkte hatten hinnehmen müssen. Bilanztechnisch werden diese Kompensationen sowohl bei den Umsatzerlösen als auch bei den Umsatzkosten berücksichtigt und beeinflussen dadurch die ausgewiesenen Kennzahlen, ohne die operative Geschäftsentwicklung grundsätzlich zu verändern.

Das operative EBITDA stieg auf 548 Mio. Euro, die Marge verbesserte sich von 29,8 auf 30,3 %. Positive Volumen- und Skaleneffekte konnten Investitionen in neue Wachstumsinitiativen sowie gegenläufige Effekte aus bestehenden Zöllen und Zollrückzahlungen ausgleichen. Der bereinigte Gewinn je Aktie legte leicht zu.

Bioprozessgeschäft profitiert von Verbrauchsmaterialien

Die größte Sparte Bioprocess Solutions, die mehr als 80 % des Konzernumsatzes erwirtschaftet, wuchs operativ um 8,3 % beziehungsweise um 6,7 % einschließlich der Zollkompensationen. Die EBITDA-Marge verbesserte sich auf 32,3 %. Neue Produkte wie das Ambr 250 HT Cell Therapies Vessel und zusätzliche Module für die Pionic-Plattform sollen insbesondere die Entwicklung von Zelltherapien sowie kontinuierliche Bioprozesse beschleunigen.

Auch die kleinere Sparte Lab Products & Services entwickelte sich positiv. Hier sorgten Verbrauchsmaterialien, Servicegeschäft und Bioanalytik für Wachstum. Zudem brachte Sartorius mit der Cubis III eine neue Generation vernetzter Laborwaagen auf den Markt, die sich gezielt an digitale und KI-gestützte Laborumgebungen richtet.

Im Pressegespräch ließ der Vorstandsvorsitzende Michael Grosse durchblicken, dass die Unsicherheit der finanziellen Rahmenbedingungen sich bei vielen Kunden gelegt hätte und damit auch die Zurückhaltung bei Auftragserteilung zurückgehe. Gerade der Bereich Filtrierung und Aufreinigung im Downstream-Bereich sei weiter das starke Standbein des Konzerns.

Bioprozessmarkt gewinnt weiter an Dynamik

Die Halbjahreszahlen bestätigen den Erholungstrend im Markt für Bioprozessausrüstung. Nachdem viele Biopharmaunternehmen in den Jahren 2023 und 2024 Lagerbestände abgebaut hatten, steigt die Nachfrage nach Verbrauchsmaterialien und Produktionslösungen wieder kontinuierlich an. Auch Wettbewerber wie Danaher/Cytiva, Thermo Fisher Scientific oder Lonza berichten inzwischen von einer zunehmenden Investitionsbereitschaft ihrer Kunden.

Vor diesem Hintergrund bestätigte Sartorius seine Jahresprognose. Das Management erwartet unverändert ein währungsbereinigtes Umsatzwachstum von 5 bis 9 % sowie eine operative EBITDA-Marge von etwas über 30 %. Trotz geopolitischer Unsicherheiten und möglicher weiterer Zolleffekte sieht das Unternehmen seine Endmärkte weiterhin auf einem positiven Wachstumspfad. Mit dem Ausbau des Standortes in Freiburg (ehemals Cellgenix) habe man die dortigen Beschäftigtenzahlen seit Übernahme 2021 auf rund 140 verdoppelt und könne mit der Investition von rund 140 Mio. Euro für den Bereich der kritischen Materialien im Zell- und Gentherapiesegment (essenzielle Komponenten wie Zytokine, Wachstumsfaktoren und serumfreie Medien) bei der Herstellung neuartiger Therapien mit größeren Kapazitäten unterstützen.

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