
Novartis platziert nächsten Milliardendeal in der Onkologie
Novartis setzt seine aggressive Expansionsstrategie in der Onkologie fort und greift erneut zu: Für bis zu drei Mrd. US-Dollar übernimmt der Basler Konzern von Synnovation Therapeutics einen neuartigen PI3Kalpha-Inhibitor.
Im Zentrum steht der Wirkstoffkandidat SNV4818, der aktuell in einer Phase-1/2-Studie geprüft wird. Das orale Medikament zielt selektiv auf mutierte PI3Kalpha-Enzyme ab, die bei rund 40 % der Patientinnen mit hormonrezeptorpositivem, HER2-negativem Brustkrebs (HR+/HER2-) eine Rolle spielen. Im Unterschied zu bisherigen Ansätzen soll der Wirkstoff die gesunde Variante des Enzyms verschonen – ein Ansatz, der die Verträglichkeit deutlich verbessern könnte.
Fokus auf Kombinationstherapien
Strategisch passt der Zukauf in die klare Stoßrichtung von Novartis: Der Konzern baut seine Pipeline gezielt im Bereich HR+/HER2- Brustkrebs aus. SNV4818 soll perspektivisch in Kombination mit etablierten Therapien wie CDK4/6-Inhibitoren und Hormontherapien eingesetzt werden. Ziel ist es, die Wirksamkeit zu steigern und Therapien früher im Krankheitsverlauf einzusetzen.
Serie von Deals setzt sich fort
Die Transaktion ist kein Einzelfall, sondern Teil einer auffälligen Serie von Akquisitionen und Kooperationen. Bereits im Jahr 2025 hatte Novartis seine Pipeline mit zahlreichen Deals verbreitert – von frühen Forschungskooperationen bis hin zu milliardenschweren Übernahmen. Der Schwerpunkt lag dabei klar auf innovativen Plattformen, zielgerichteten Krebstherapien und Präzisionsmedizin.
Mit dem aktuellen Zukauf verstärkt Novartis insbesondere drei strategische Felder:
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zielgerichtete Therapien für solide Tumoren, vor allem Brustkrebs
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präzisionsonkologische Ansätze, die spezifische Mutationen adressieren
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Kombinationstherapien, die bestehende Standards verbessern sollen
Pipeline gezielt vertieft
Der PI3K-Signalweg gilt seit Jahren als validiertes Ziel in der Krebsmedizin, doch bisherige Medikamente kämpfen häufig mit Nebenwirkungen. Genau hier setzt SNV4818 an: Durch die selektive Hemmung mutierter Enzyme könnte der Wirkstoff eine Lücke schließen und sich besser für Kombinationstherapien eignen.
Für Novartis ist der Deal ein weiterer Baustein in der strategischen Neuausrichtung der Onkologiepipeline – weg von breiten Ansätzen hin zu hochspezifischen, molekular definierten Therapien. Die Übernahme soll in der ersten Hälfte 2026 abgeschlossen werden, vorbehaltlich regulatorischer Genehmigungen.
Im vergangenen Jahr gehörte Novartis gehört zu den aktvsten Dealmakern der Pharmabranche weltweit – mit klarem Fokus auf Onkologie, kardiovaskuläre Erkrankungen und neue Plattformtechnologien. Bei Akquisitionen kam ein Gesamtbetrag von 17–18 Mrd. US-Dollar zusammen (dominiert durch die Übernahme von Avidity), hinzu sollte man Kooperationen/Lizenzen zählen, die sich der Gesamtsumme möglicher Meilensteinzahlungen auf 10–15 Mrd. US-Dollar in einer ähnlichen Größenordnung bewegen. Die Gesamtstrategie lautet auch mit dem aktuellen Deal wohl weiterhin: Pipeline-Aufbau durch Mix aus Zukäufen und Partnerschaften.
Die größten bekannten Übernahmen 2025 durch Novartis:
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Avidity Biosciences: ca. 12 Mrd. US-Dollar
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Anthos Therapeutics: bis zu 3,1 Mrd. US-Dollar
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Tourmaline Bio: ca. 1,4 Mrd. US-Dollar
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kleinere Deals (beispielsweise Regulus): ~1–2 Mrd. US-Dollar

Raphael Alu für Basel Area Business and Innovation
Biontech SE
F.Hoffmann-La Roche Ltd.