Das Mainzer Biotech-Unternehmen BioNTech SE steht vor einem historischen Führungswechsel – die Köpfe hinter dem Corona-Impfstoff wagen einen Neustart. Ugur Sahin und Özlem Türeci wollen sich ganz auf die mRNA-Plattformtechnologie konzentrieren und starten zum Jahresende in einem eigenen neuen Unternehmen, an dem sich BioNTech beteiligen will, das aber mit einer eigenen Prioritätenliste unterwegs sein soll.
ANZEIGE
Der Rotstift kommt manchmal mit einer wohlklingenden Umschreibung daher. „Horizon“ nennt die Hamburger Evotec SE die nächste Stufe der Restrukturierung und der Sparmaßnahmen, die einige weitere Standorte und deren Belegschaften betreffen sollen. Bis zu 800 Beschäftigte dürften sich von schönen Worten nicht allzu stark blenden lassen.
Der Wirkstoffforschungsdienstleister Evotec verschärft seinen Umbau. Mit dem Programm „Horizon“ soll die Zahl der Standorte auf zehn sinken, bis zu 800 Stellen könnten entfallen. Ziel sind schlankere Strukturen und stärker technologiegetriebene Geschäfte. Bis 2027 erwartet Evotec Einsparungen von rund 75 Mio. Euro und eine Umsatzmilliarde. 2026 als Übergangsjahr.
Lonza und Genetix Biotherapeutics (die frühere Bluebird Bio) verlängern ihre Produktionsvereinbarung für die Gentherapie ZYNTEGLO, die bereits seit 2013 besteht. Am Standort Houston soll die Herstellung ausgeweitet werden, um die steigende Nachfrage nach der einzigen von der FDA zugelassenen Therapie gegen transfusionsabhängige Beta-Thalassämie zu bedienen.
Im Sprint zum Studienstart in Europa: Mit dem Ende Januar 2026 gestarteten Pilotprogramm FAST‑EU (Facilitating and Accelerating Strategic Clinical Trials in the EU) setzen die Heads of Medicines Agencies (HMA) der EU ein klares Signal für eine schnellere klinische Entwicklung in Europa.
Nach mehr als dreißig Jahren hat sich Michael Carus Anfang März wie geplant aus der Geschäftsführung des nova-Instituts (Hürth) zurückgezogen. Er bleibt dem Forschungs- und Beratungsunternehmen jedoch als Senior Advisor und Gesellschafter eng verbunden.
Die Avelios Medical GmbH und SAP bündeln ihre Kräfte. Der Softwarekonzern beteiligt sich mit einem strategischen Investment an dem Münchner Start-up. Beide Partner arbeiten an einer neuen digitalen Infrastruktur für Krankenhäuser.
Heidelberg Pharma verkauft weitere Anteile an künftigen Lizenzgebühren aus der Telix-Krebsdiagnostik, die ursprünglich von der Münchner Wilex AG stammt. Damit erhält das Unternehmen, das selbst mit dem Schwerpunkt Antikörper-Wirkstoff-Konjugate in der klinischen Entwicklung steht, eine Vorabzahlung von 20 Mio. US-Dollar, sichert die eigene Finanzierung bis 2027, und wird bei einer möglichen Zulassung nochmals einige Millionen erhalten. Nur in der langfristigen möglichen Teilhabe an Umsatzerlösen verzichtet Heidelberg Pharma auf einige Anteile.
Rückschlag nach Hoffnungsschimmer: Roche-Wirkstoff Giredestrant liefert gemischte Studiendaten. Der Schweizer Pharmakonzern Roche hatte mit seinem experimentellen Brustkrebsmedikament Giredestrant – ein oral einzunehmener Degrader-Wirkstoff – zuletzt große Hoffnungen geweckt. Mehrere klinische Studien hatten darauf hingedeutet, dass der Wirkstoff eine wichtige Rolle in der Behandlung hormonabhängiger Brusttumoren spielen und er sich für das Unternehmen zum Blockbuster entwickeln könnte. Nun hat, während die Zulassungsanträge bereits eingereicht wurden, eine wichtige Phase III-Studie ihr primäres Ziel verfehlt.

Biontech SE
Evotec SE
FGK Clinical Research GmbH
nova-Institut GmbH
Avelios Medical GmbH
Heidelberg Pharma AG
F.Hoffmann-La Roche Ltd.