Novartis will Sandoz an die Börse bringen

Der Großumbau bei Novartis geht weiter. Seit dem Frühjahr geht es in der neuen Unternehmensstrategie darum, sich zu verschlanken und als innovatives Pharmaunternehmen zu positionieren. Dabei stört das Generika-Geschäft der Tochter Sandoz. Diese soll nun eigenständig werden und 2023 an die Börse gehen.

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Der Pharmakonzern Novartis will seine Generika- und Biosimilar-Sparte Sandoz als eigenständige Firma an die Schweizer Börse bringen. Dies ist für das zweite Halbjahr 2023 geplant, teilte Novartis mit. Bereits im vergangenen Herbst hatte das Unternehmen angekündigt, alle Optionen für Sandoz zu prüfen. Seit dem Frühjahr hatten umfangreiche Personalumstrukturierungen für Unruhe in Basel und an anderen Standorten gesorgt. Von den gut 109.000 global Beschäftigten sollten rund 8.000 Jobs gestrichen werden. Auch in der Führungsebene waren langgediente Novartis-Mitarbeiter davon betroffen.

Sandoz umfasst das Geschäft mit biopharmazeutisch hergestellten Nachahmermedikamenten (Biosimilars) und rezeptfreien Medikamenten von Novartis. Am Standort Kundl/Kufstein wird derzeit aber auch das einzige Antibiotikum auf europäischem Boden produziert. Zudem ist das dortige Biosimilar-Kompetenzzentrum in vielen Entwicklungsprojekten auch mit externen Partnern verwoben. Durch die Trennung entstehe das größte europäische Unternehmen für Generika und ein weltweit führender Anbieter von Biosimilars. Der Hauptsitz von Sandoz ist in Holzkirchen südlich von München.

Wer zwischen den Zeilen lesen mag, kann die Stellungnahme von Novartis – "diese Überprüfung hat nun ergeben, dass eine Abspaltung von Sandoz durch eine hundertprozentige Ausgliederung im besten Interesse der Aktionärinnen und Aktionäre ist" – auch so verstehen, dass Käufer oder auch die auf Objektsuche befindlichen SPAC-Konstrukte (Special Purpose Acquisition Companies) an einer Übernahme kein Interesse gezeigt haben oder deren Angebote in Basel nicht als adäquat angesehen werden. Welche Größenordnung beim Börsengang angepeilt wird, wurde noch nicht mitgeteilt.

©|transkript.de/gkä

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